University of Freiburg
Implizite und explizite semantische Beeinträchtigungen bei Patienten mit leichtgradigen Demenzerkrankungen
Abstract
dc:description.abstractVerschiedene Untersuchungen haben gezeigt, daß das semantische Gedächtnis bei vielen Patienten in der Frühphase der Alzheimerschen Krankheit beeinträchtigt ist. Es fanden sich jedoch eine hohe Variabilität des Schweregrades sowie deutliche Unterschiede in der Qualität der semantischen Störung. Bisher konnte nicht hinreichend geklärt werden, ob eine Schädigung zugrundeliegender semantischer Wissensrepräsentationen zu den Auffälligkeiten führt, ob eher der bewußte Zugriff auf diese Informationen gestört ist oder ob beeinträchtigte semantische Integrations- und Verarbeitungsprozesse ursächlich verantwortlich zu machen sind. <br>In der vorliegenden Studie wurden daher 12 Patienten mit beginnenden Demenzerkrankungen sowie 11 gesunde ältere Probanden umfassend neuropsychologisch untersucht. Die durchgeführten Testuntersuchungen umfaßten neben diagnostischen Standardverfahren eine computergestützte lexikalische Entscheidungsaufgabe (semantische Bahnungsuntersuchung) zur Untersuchung impliziter (automatischer) semantischer Verarbeitung sowie verschiedene Aufgaben (Wortflüssigkeit, Benennen, Wort-Bild-Zuordnung, Pyramids and Palm Trees Test und semantische Verifikation) zur Untersuchung expliziten (kontrollierten) semantischen Wissens. <br>Während sich bei der semantischen Bahnungsuntersuchung nur diskrete Hinweise auf eine gestörte Verarbeitung entfernter semantischer Beziehungen ergaben, zeigten 10 der 12 untersuchten Patienten deutliche Beeinträchtigungen in mehreren expliziten semantischen Aufgaben. Die hier gewählten Testverfahren erweisen sich damit als sensitiv für semantische Störungen in der Frühphase von Demenzerkrankungen. <br>Die vorliegenden Ergebnisse legen nahe, daß das semantische System auch bei ausgeprägten Störungen bewußter Prozesse automatische Verarbeitung noch ausreichend unterstützt. Die Schädigung liegt dabei nicht im Bereich semanischer Wissensrepräsentation, sondern am ehesten auf Ebene semantischer Verarbeitung. Die verschiedenen Hypothesen bezüglich der funktionellen Neuroanatomie des semantischen Systems werden diskutiert. Die Befunde der vorliegenden Arbeit lassen sich am besten mit der Annahme eines distribuierten semantischen Systems und einer partiellen Redundanz zwischen multiplen Hirnregionen mit ähnlichen Funktionen vereinbaren.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Bubrowski, Philine Sonja Marie
- Contributors dc:contributor
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- Hüll, Michael
Subjects
dc:subject × 1Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1066
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- oai:freidok.uni-freiburg.de:1066