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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Plasmablasten mit einem mukosalen Phänotyp als Biomarker für die Granulomatose mit Polyangiitis?

Abstract

dc:description.abstract

Die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) ist eine Autoimmunerkrankung aus dem Kreis der Kleingefäßvaskulitiden. Sie manifestiert sich häufig initial im HNO-Trakt und in der Lunge und breitet sich erst im Verlauf systemisch aus, wodurch eine Diagnosestellung erschwert sein kann. Trotz verbesserter Therapien, etwa durch den Einsatz von Rituximab, bestehen weiterhin eine relevante Frühmortalität und eine ausgeprägte Rezidivneigung. Plasmazellen gelten als zentrale Produzenten antineutrophiler zytoplasmatischer Antikörper (ANCA) und damit als wesentliche Akteure der Krankheitsentstehung. Im Rahmen dieser Arbeit wurden daher das B- und Plasmazellkompartiment sowie das Serumzytokinprofil von 29 GPA-Patienten im Vergleich zu 28 gesunden Kontrollen analysiert. Die Untersuchung erfolgte mittels Durchflusszytometrie, ANCA-Diagnostik der IgG- und IgA-Isotypen sowie Multiplex-Immunoassay. Es zeigte sich ein signifikant verminderter Anteil CD19+CD20+CD27+ B-Gedächtniszellen bei GPA-Patienten. Innerhalb dieser Population war die Frequenz class-switched memory B cells erhöht, was auf eine Dysregulation des B-Zellkompartiments und eine mögliche Beteiligung dieser Zellsubpopulationen an der Pathogenese hinweist. Zudem konnten signifikant erhöhte Serumspiegel von BAFF und erstmals auch APRIL nachgewiesen werden. Bei den Plasmazellen war der Anteil IgA+ Zellen signifikant gesteigert. Die Expression mukosaler Marker wie CCR10 und α4β7-Integrin war tendenziell erhöht, jedoch ohne eindeutige Signifikanz. Insgesamt liefern diese Ergebnisse Hinweise auf eine Beteiligung des mukosalen Immunsystems an der Pathogenese der GPA. Der Nachweis von IgA-ANCA unterstützt zudem die Hypothese einer autoreaktiven IgA+ Plasmazellantwort und könnte eine Erklärung für die reduzierte ANCA-Nachweisrate im lokalisierten Stadium darstellen. Durch den Einschluss rituximabbehandelter Patienten konnten außerdem Veränderungen im B-Zell-Kompartiment erfasst werden, die möglicherweise langfristige Folgen einer B-Zell-Depletion widerspiegeln. Insgesamt trägt die Arbeit zu einem besseren Verständnis der immunologischen Dysregulation bei GPA bei und eröffnet Ansatzpunkte für zukünftige Biomarker- und Therapieforschung.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Year
2026

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Schaffarzyk, Annika
Contributors dc:contributor
  • Hoyer, Bimba Franziska
  • Heine, Arndt Guido

Subjects

dc:subject × 1

Identifiers

dc:identifier.*

Chain of custody

source
Harvested from
Christian-Albrechts Universität Kiel
Base URL
macau.uni-kiel.de/servlets/OAIDataProvider
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Schaffarzyk, Annika. Plasmablasten mit einem mukosalen Phänotyp als Biomarker für die Granulomatose mit Polyangiitis?. thesis.doctoral thesis, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2026. https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00008868