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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Delirdiagnostik mittels Ein-Kanal- und 21-Kanal-EEG bei Patient:innen mit akut ischämischem supratentoriellen Schlaganfall

Abstract

dc:description.abstract

Das Delir als Ausdruck einer akuten zerebralen Dysfunktion stellt eine häufige und schwerwiegende Komplikation bei hospitalisierten Patient:innen dar. Da die Diagnosestellung bislang ausschließlich auf klinischen Kriterien basiert, kann sie insbesondere bei Patient:innen mit akutem Schlaganfall erschwert sein. Ziel dieser Studie war die erstmalige Evaluation eines Ein-Kanal-EEG (DeltaScan®) als Bedsidetest des Delirs in einem neurologischen Post-stroke-Kollektiv. Darüber hinaus wurde untersucht, ob die Seitenlokalisation des Schlaganfalls die standardisierte rechtshemisphärale EEG-Ableitung (Fp2–Pz) beeinflusst. Ergänzend wurden mithilfe eines 21-Kanal-EEG delirspezifische elektrophysiologische Veränderungen analysiert. Insgesamt wurden 58 Patient der Stroke Unit des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (Campus Kiel) klinisch auf das Vorliegen eines Delirs untersucht. Anschließend erfolgte eine Messung mit dem DeltaScan®, der polymorphe Deltaaktivität erfasst und anhand eines Scores die Wahrscheinlichkeit eines Delirs angibt. Zusätzlich wurde bei allen Patient:innen ein 21-Kanal-EEG aufgezeichnet und mittels spektraler Leistungsdichte ausgewertet. Der DeltaScan® identifizierte Patient mit Delir (n = 9; Kontrollgruppe: n = 49) mit einer Sensitivität von 44,4 % (95 % CI: 15,3–77,3 %) und einer Spezifität von 71,4 % (95 % CI: 56,5–82,9 %). Zudem zeigte sich ein signifikanter Unterschied der DeltaScan®-Messwerte zwischen rechts- und linkshemisphäralen Infarkten: Rechtshemisphärale Infarkte führten häufiger zu falsch-positiven Befunden. Die Analyse des 21-Kanal-EEG zeigte bei Patient:innen mit Delir eine Zunahme langsamer Frequenzen im Theta- und Deltabereich. Die höchste diagnostische Aussagekraft wies dabei die frontale Deltapower auf. Zusammenfassend sprechen die Ergebnisse dafür, dass der DeltaScan® in dem untersuchten Post-stroke-Kollektiv nicht für die Delirerkennung geeignet ist. Die hohe Zahl falsch-positiver Befunde lässt sich möglicherweise durch rechtshemisphärale ischämiebedingte Verlangsamungen erklären. Eine wesentliche Limitation der Studie stellt die geringe Zahl deliranter Patient:innen dar. Zur Bestätigung der Ergebnisse sind weitere Untersuchungen mit größeren Stichproben erforderlich.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Year
2026

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Baumgarte, Friederike
Contributors dc:contributor
  • Margraf, Nils G.
  • Fudickar, Axel

Subjects

dc:subject × 6

Identifiers

dc:identifier.*

Chain of custody

source
Harvested from
Christian-Albrechts Universität Kiel
Base URL
macau.uni-kiel.de/servlets/OAIDataProvider
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Baumgarte, Friederike. Delirdiagnostik mittels Ein-Kanal- und 21-Kanal-EEG bei Patient:innen mit akut ischämischem supratentoriellen Schlaganfall. thesis.doctoral thesis, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2026. https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00008861