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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Störungen des hippocampal-assoziierten räumlichen Lernens bei Patienten mit Multipler Sklerose

Abstract

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Kognitionsstörungen und Hippocampus-abhängige Gedächtnisstörungen haben eine hohe klinische Relevanz für Multiple Sklerose-Patienten und manifestieren sich in verschiedenen Gedächtnisdomänen. Vor dem Hintergrund der besonderen Vulnerabilität des Hippocampus gegenüber toxisch-inflammatorischen Einflüssen wie neuroimmunologischen Erkrankungen war das Ziel dieser Studie die Charakterisierung kognitiver Defizite bei Multipler Sklerose mit einem Schwerpunkt auf der Untersuchung der räumlichen Navigation und des Hippocampus-abhängigen Platzlernens. Hierfür wurden 45 MS-Patienten und 40 gesunde Kontrollprobanden mittels Fragebögen, neuropsychologischer Tests und einer hippocampus-spezifischen virtuellen Navigationsaufgabe untersucht. Zudem wurden kraniale MRTs angefertigt und auf globale Läsionslast, Hippocampusatrophie und globale Hirnatrophie als Ausdruck einer Neurodegeneration ausgewertet. Mit Hilfe des Virtual-Water-Maze-Tests konnten bei den MS-Patienten signifikante Defizite im Hippocampus-abhängigen Platzlernen, aber keine Störungen des striatal-vermittelten Umlernvorgangs festgestellt werden. Ein vermindertes Platzlernen korrelierte signifikant mit einem kleineren Hippocampusvolumen rechts, einem niedrigeren korrigierten Hirnvolumen, einer erhöhten Läsionslast sowie mit Defiziten in vielen neuropsychologischen Tests und einem erhöhten Wert in der EDSS-Skala. Es konnte zudem eine Beeinträchtigung der Gedächtniskonsolidierung festgestellt werden. In den neuropsychologischen Tests zeigten sie Defizite in Wortflüssigkeit, Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, exekutiven Funktionen sowie auditivem und verbalem Gedächtnis. Viele neuropsychologische Testergebnisse korrelierten mit größerer Läsionslast, Hirnatrophie sowie mit einem erhöhten Wert in der EDSS-Skala. Die hohe Prävalenz von Gedächtnisstörungen in dieser MS-Kohorte verdeutlicht die Relevanz von ausführlichen Erhebungen der kognitiven Fähigkeiten. Signifikante Defizite in Hippocampus-abhängigen Navigationsaufgaben deuten zudem auf eine präferenziellere Schädigung des Hippocampus als die des globalen Hirns hin. Mutmaßlich ist hiervon insbesondere die Region CA1 betroffen, in der sich die für das Platzlernen erforderlichen Ortszellen befinden.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Year
2026

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Heinze, Tatjana Loisa
Contributors dc:contributor
  • Bartsch, Thorsten
  • Wulff, Peer Christian

Subjects

dc:subject × 3

Identifiers

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OAI identifier oai:identifier
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Chain of custody

source
Harvested from
Christian-Albrechts Universität Kiel
Base URL
macau.uni-kiel.de/servlets/OAIDataProvider
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Heinze, Tatjana Loisa. Störungen des hippocampal-assoziierten räumlichen Lernens bei Patienten mit Multipler Sklerose. thesis.doctoral thesis, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2026. https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00008501