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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Psychische und soziale Auswirkungen der Schließung der stationären Geburtshilfe auf der Insel Föhr

Abstract

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Hintergrund In den Jahren 2000 bis 2014 wurden auf der Nordseeinsel Föhr jährlich zwischen 41 und 71 Kinder geboren. Der dortige Kreißsaal wurde Ende September 2015 geschlossen. Seitdem wird den Schwangeren empfohlen, ab zwei Wochen vor dem Entbindungstermin auf dem Festland auf die Geburt zu warten. Eine wissenschaftliche Untersuchung der psychosozialen Folgen der Schließung der Geburtshilfe auf einer Insel war bisher nicht erfolgt. Die Erfahrungen sind möglicherweise auf Zentralisierungsbestrebungen der medizinischen Versorgung generell übertragbar. Fragestellung Welche sozialen und psychischen Konsequenzen ergeben sich aus der Schließung der Geburtshilfe auf Föhr? Methoden Zunächst wurden halbstandardisierte Interviews mit 19 Frauen durchgeführt, transkribiert und hinsichtlich relevanter Themenfelder ausgewertet. Auf dieser Basis wurde für diese Promotionsarbeit ein standardisierter Online-Fragebogen konzipiert. Zielgruppe waren alle Föhrer Frauen, die in den ersten zwei Jahren nach Schließung der dortigen Geburtshilfe ein Kind geboren hatten; infrage kamen 107 Frauen. Ergebnisse Den Online-Fragebogen beantworteten 29 Frauen (27%). Im Mittel waren acht Personen pro befragter Frau an der Organisation rund um die Geburt auf dem Festland beteiligt (min-max 3-16). Die Organisation rund um die Geburt war laut 13 Frauen eine psychische Belastung für die ganze Familie („trifft zu“, 45%), bei fünf Frauen traf dieses „eher zu“ (17%). Die Entfernung zur Familie durch den Festlandaufenthalt empfanden 14 Frauen als Belastung (48%), für acht Frauen traf diese Aussage eher zu (28%). Bezüglich der Geburt eines weiteren Kindes wüssten acht Frauen eher nicht (28%) und fünf Frauen nicht (17%), wie sie diese organisieren sollten. Diskussion Die Organisation rund um die Geburt auf dem Festland ist aufwändig und die Trennung von der Familie für die meisten Frauen negativ besetzt. Insgesamt kamen die meisten Frauen mit der veränderten Situation zurecht, ein relevanter Anteil (45%) wüsste allerdings (eher) nicht, wie eine weitere Geburt organisiert werden könnte. Fazit Bei der Zentralisierung medizinischer Versorgungseinrichtungen müssen Menschen mit geringen sozialen und finanziellen Ressourcen niedrigschwellig bei der Organisation unterstützt werden.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Year
2026

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Baudisch, Katja
Contributors dc:contributor
  • Kaduszkiewicz, Hanna
  • von Mackelenbergh, Marion Tina

Subjects

dc:subject × 1

Identifiers

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OAI identifier oai:identifier
oai:macau.uni-kiel.de:macau_mods_00008296

Chain of custody

source
Harvested from
Christian-Albrechts Universität Kiel
Base URL
macau.uni-kiel.de/servlets/OAIDataProvider
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Baudisch, Katja. Psychische und soziale Auswirkungen der Schließung der stationären Geburtshilfe auf der Insel Föhr. thesis.doctoral thesis, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 2026. https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00008296