{"id":{"repo_id":"bielefeld","oai_identifier":"oai:pub.uni-bielefeld.de:3006805"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/bielefeld/oai:pub.uni-bielefeld.de:3006805","repository":{"repo_id":"bielefeld","name":"Universität Bielefeld","base_url":"https://pub.uni-bielefeld.de/oai"},"display":{"title":"Der Einfluss von Chemistry Capital auf Verlaufskurven bei Studierenden am Anfang des Chemiestudiums","abstract":"Das Kapitalkonzept nach Bourdieu (1983) ist eine verbreitete Theorie, um Erfolg und Misserfolg von Schüler:innen im Bildungssystem zu erklären. Besonders kulturelles Kapital gilt als Türöffner für höhere Bildung. In Bezug auf die Chemie ist Bourdieus Modell aber zu allgemein, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Die Betrachtung von fachbezogenen Ressourcen ist dementsprechend sinnvoll. *Chemistry Capital* (Rüschenpöhler 2020) könnte ein hilfreiches Modell sein, um unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zum und Erfolgschancen im Chemiestudium zu erklären. Erkenntnisse über den Aufbau von *Chemistry Capital* könnten außerdem für den Abbau von Bildungsungerechtigkeit in den Naturwissenschaften und zur Förderung von chemiebezogenen Aspirationen bei Schüler:innen genutzt werden. Während Zusammenhänge zwischen *Science Capital* und schulischem Erfolg in den Naturwissenschaften (Archer et al. 2017) sowie der Wahl von naturwissenschaftlichen Studiengängen (Godec et al. 2024) gut belegt sind, gibt es wenig Forschung explizit zur Chemie. Außerdem fehlen Untersuchungen zum individuellen Aufbau von *Chemistry* bzw. *Science Capital* und der gegenseitigen Beeinflussung verschiedener Kapitalformen untereinander (Kontkanen et al. 2025). Dabei muss auch beachtet werden, dass Forschung in der Regel den Perspektiven der Forschenden und der Fachkultur folgt, was zu systematischen Fehlern in der Erfassung und Bewertung von Ressourcen für Schüler:innen und Student:innen führen kann. <br /> Ziel dieser Arbeit war es, verschiedenen Kapitalressourcen einen Nutzwert zuzuordnen. Dazu wurde das Konzept der Verlaufskurve nach Schütze (2016a, b) als theoretische Linse verwendet, um individuelle Bewertungen sowie biografischen Nutzen verschiedener Formen von *Chemistry Capital* zu erfassen und die Frage „Wie unterstützen verschiedene Formen von *Chemistry Capital* die Bewältigung und Vermeidung von Verlaufskurven nach Schütze während der Studiengangswahl und Studieneingangsphase bei Studierenden der Chemie?“ zu beantworten. <br /> Hierzu wurden in einer qualitativen Untersuchung biografisch-narrative Interviews von neun Studierenden der Chemie und verwandter Studiengänge, welche mit der *River-of-Life*-Methode (Gonsalves et al. 2023; Borchert et al. 2025; Beaujean et al. 2025) erhoben wurden, analysiert. Der Fokus lag dabei auf Nennungen von Kapitalressourcen und der Darstellung von Verlaufskurven. <br /> Es konnte gezeigt werden, dass Studierende mit viel *Chemistry Capital* Verlaufskurven besser vermeiden und schneller bewältigen konnten als Studierende mit weniger Kapital. Zusätzlich wurden chemiebezogene Identitäten als ein wichtiger Faktor in der Ausbildung von Aspirationen identifiziert, wobei das Zusammenspiel von *Performance* und *Recognition* im Chemieunterricht ein Schlüsselfaktor im Aufbau von Chemieidentitäten darstellen könnte. In Bezug auf das *Home Environment* scheinen besonders die Haltungen von Eltern ein wichtiger Einflussfaktor zu sein.","abstract_html":"Das Kapitalkonzept nach Bourdieu (1983) ist eine verbreitete Theorie, um Erfolg und Misserfolg von Schüler:innen im Bildungssystem zu erklären. Besonders kulturelles Kapital gilt als Türöffner für höhere Bildung. 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