{"id":{"repo_id":"bielefeld","oai_identifier":"oai:pub.uni-bielefeld.de:2979408"},"canonical_url":"https://search.dev.ndltd.org/etd/bielefeld/oai:pub.uni-bielefeld.de:2979408","repository":{"repo_id":"bielefeld","name":"Universität Bielefeld","base_url":"https://pub.uni-bielefeld.de/oai"},"display":{"title":"Praxeologische Rekonstruktion von Etikettierungsprozessen \"Sonderpädagogischen Förderbedarfs emotionale und soziale Entwicklung\". Motivationale Lagen lehrkraftseitiger Initiierungen von Zuweisungsprozessen","abstract":"In den meisten Bundesländern Deutschlands sind seit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 verstärkt Gesetzesänderungen mit dem Ziel vorgenommen worden, die inklusive Beschulung an allgemeinen Schulen auszuweiten. Die gesamtdeutsche sonderpädagogische Förderquote ist daraufhin deutlich angestiegen. Vor allem die Anzahl von Schüler:innen mit zugewiesenem sonderpädagogischen Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung hat stark zugenommen. Es lässt sich feststellen, dass Deutschland auf die Herausforderung inklusiver Beschulung mit einer Steigerung der Etikettierung von Schüler:innen reagiert hat. In der Forschungsarbeit werden zugrundeliegende Prozesse des Phänomens erforscht. Dabei verortet sich die Arbeit in den Disability Studies (Hirschberg & Köbsell, 2021; Köbsell, 2016; Waldschmidt, 2003) und wird vor der theoretischen Folie von sonderpädagogischem Förderbedarf als normabhängige Zuschreibung sowie der Sozialtheorie der Humandifferenzierung (Hirschauer, 2017) diskutiert. Anhand von 26 narrativen Interviews mit Lehrer:innen aus inklusiven schulischen Kontexten in NRW und elf schriftlichen Dokumenten zur Initiierung, Überprüfung und Zuschreibung sonderpädagogischen Förderbedarfs emotionale und soziale Entwicklung wird untersucht, welche Bewertungsnormen die Lehrer:innen an ‚abweichende‘ sozial emotionale Verhaltensweisen von Schüler:innen anlegen und wie sie die Initiierung eines Zuweisungsprozesses begründen. Mit der Studie soll insbesondere der Entscheidungsspielraum von Lehrer:innen im Vorfeld der Initiierung des Zuweisungsprozesses näher ausgeleuchtet werden. Anhand von Fallbeispielen werden sechs Etikettierungsprozesstypen herausgestellt, die die zugrundeliegenden Etikettierungsprozesse im Kontext inklusiver Schule beschreiben und anhand von spezifischen motivationalen Lagen charakterisieren. Die Ergebnisse werden abschließend hinsichtlich ihrer Anschlussfähigkeit an die Fachgebiete Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung aufbereitet.","abstract_html":"In den meisten Bundesländern Deutschlands sind seit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 verstärkt Gesetzesänderungen mit dem Ziel vorgenommen worden, die inklusive Beschulung an allgemeinen Schulen auszuweiten. Die gesamtdeutsche sonderpädagogische Förderquote ist daraufhin deutlich angestiegen. Vor allem die Anzahl von Schüler:innen mit zugewiesenem sonderpädagogischen Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung hat stark zugenommen. Es lässt sich feststellen, dass Deutschland auf die Herausforderung inklusiver Beschulung mit einer Steigerung der Etikettierung von Schüler:innen reagiert hat. In der Forschungsarbeit werden zugrundeliegende Prozesse des Phänomens erforscht. Dabei verortet sich die Arbeit in den Disability Studies (Hirschberg &amp; Köbsell, 2021; Köbsell, 2016; Waldschmidt, 2003) und wird vor der theoretischen Folie von sonderpädagogischem Förderbedarf als normabhängige Zuschreibung sowie der Sozialtheorie der Humandifferenzierung (Hirschauer, 2017) diskutiert. 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