Universität Bielefeld
Adoption eines Screening-Sets auf Resistenzgene (multi-)resistenter gramnegativer Darmbakterien per Selbstentnahme
Abstract
dc:description.abstractHintergrund: Infektionen mit resistenten oder multiresistenten Erregern sind von hoher globaler gesundheitswissenschaftlicher Relevanz. Es besteht die Gefahr, dass Antibiotika gegenüber Infektionen wirkungslos werden und somit Infektionskrankheiten nicht effektiv medikamentös behandelt werden können (Bundesregierung Deutschland, 2015). Das Projekt health-i-care: innovations for safer healthcare ist ein Projekt, das sich auf die Bekämpfung und Prävention von Infektionen und Antibiotikaresistenzen und die damit verbundenen Risiken für die Patient*innen insbesondere in Krankenhäusern konzentriert (Interreg, 2019f). Im Rahmen des Projektes wurde ein Screening-Set für (multi-)resistente gramnegative Darmbakterien per Selbstentnahme eines Rektalabstriches entwickelt. Fragestellung/Ziel: Das vorliegende Forschungsprojekt widmet sich der Frage, inwiefern das Screening-Set auf Resistenzgene (multi-)resistenter gramnegativer Darmbakterien per Selbstentnahme von den Nutzer*innen im Sinne von Adoption/Akzeptanz angenommen wird. Ziel dabei soll es sein, den bisher wenig wissenschaftlich erschlossenen Forschungsbereich vertiefend zu betrachten und erste Hypothesen zur Annahme eines selbstdiagnostischen Verfahrens zu generieren. Methodik: Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Akzeptanzforschung konnte auf Basis des Innovations-Entscheidungsmodells nach Rogers (2003) und unter Hinzunahme von Faktoren des Grundmodells der Akzeptanz neuer Technologien nach Reichwald (1978) ein Fragebogen entwickelt werden, der aufgrund des explorativen Charakters der Studie eine Vielzahl an Variablen zur Annahme der Innovation generierte. Zusammen mit einer Dummy-Version des Selbstentnahme-Sets wurden die Fragebögen an eine leicht zugängliche und nicht repräsentative Zielgruppe ausgegeben. Ergebnisse: Von 200 Fragebögen wurden 167 vollständig beantwortet. 83 Prozent der Befragten geben an, sich „sicher“ eine Probe entnehmen zu wollen. Als Hauptgründe für die Nutzung des Sets wurden Selbstentnahme im häuslichen Umfeld, Sinn des Selbstentnahme-Sets verstanden und die Vorstellung der Probeentnahme bereitet kein unangenehmes Gefühl angegeben. Dahingegen waren die Hauptgründe, die gegen eine Nutzung des Selbstentnahme-Sets sprachen: Probeentnahme ist mit unangenehme Gefühlen verbunden und das die Befragten gar nicht wissen möchten, ob sie mit resistenten Bakterien besiedelt sind. Des Weiteren konnte eine Vielzahl an statistisch signifikanten Zusammenhängen unterschiedlichster Variablen herausgearbeitet werden. Zudem zeigen die vielen, einzelnen Aspekte des Adoptionsprozesses denen stark mehrheitlich zugestimmt wird, deutlich eine hohe Adoption des Selbstentnahme-Sets. Fazit: Insgesamt zeigen sich in der Studie überdurchschnittlich hohe Werte für die unterschiedlichen Faktoren der Adoption/Akzeptanz des Selbstentnahme-Sets. Aufgrund der hohen Zustimmungsraten kann abgeleitet werden, dass ein Screening-Set für (multi-)resistente gramnegative Darmbakterien per Selbstentnahme viel Potential aufweist, von den Anwender*innen angenommen und verwendet zu werden. Dies wiederum zeigt erste Erkenntnisse zum Leistungsvermögen von Selbstentnahmeverfahren als Beitrag zur Verringerung von Infektionen und Antibiotikaresistenzen und die damit verbundenen Risiken für die Patient*innen insbesondere in Krankenhäusern.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- thesis.doctoral
- Grantor dc:publisher
- Universität Bielefeld
- Year
- 2023
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Roth, Annika
Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://pub.uni-bielefeld.de/record/2978764
- OAI identifier oai:identifier
- oai:pub.uni-bielefeld.de:2978764