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Universität Bayreuth

The Impact of Socio-Economic Land Use Decisions on the Provision of Ecosystem Services

Abstract

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Das Konzept der Ökosystemdienstleistungen (ÖSL) zielt auf einen Paradigmenwechsel im Agrarökosystemmanagement ab, der die Sicht auf die Beziehung zwischen menschlichem Wohlergehen und Ökosystemen erweitern soll. Das Konzept basiert auf der Idee, Ökosysteme für alle nutzenstiftenden Prozesse und Funktionen wertzuschätzen, die zur Steigerung des menschlichen Wohlergehens beitragen. Diese Dienstleistungen können materieller wie immaterieller Natur sein, während ihr Beitrag zum Wohlergehen aus monetärem wie nicht-monetärem Nutzen erwachsen kann. Während das Konzept als geeignetes Politikinstrument angesehen wird, der anhaltenden Zerstörung von Ökosystemen zu begegnen, stellt die Idee in der Praxis eine große Herausforderung dar. Der zentrale Forschungsbedarf in diesem Zusammenhang besteht aus einem Mangel an Mechanismen, den multiskalierten Nutzen von ÖSL zu messen und seiner Bedeutung in Entscheidungsprozessen zuzuordnen. Des Weiteren erfordert der ganzheitliche Ansatz multidisziplinäre Untersuchungen komplexer Mensch-Umwelt Interaktionen. Dies verursacht ein hohes Maß an Unsicherheit, was eine deterministische Modellierung der Auswirkungen von Managemententscheidungen auf ÖSL erschwert. Im Laufe dreier Artikel zielt die hier vorgelegte Arbeit darauf ab, den Einfluss des Nutzens von ÖSL auf die Entscheidungen von Bauern bei der Feldfruchtauswahl zu analysieren und die Auswirkung dieser auf die Erbringung von ÖSL zu modellieren. Die Arbeit bezieht sich auf das Wassereinzugsgebiet Haean, Süd-Korea, wo die Landwirtschaft starke Wasserverunreinigungen verursacht. Im ersten Artikel wird die Entscheidung zwischen dem Anbau von Reis, einjährigen Pflanzen und mehrjährigen Pflanzen, sowie zwischen organischem und konventionellem Anbau anhand sozio-psychologischer Fragebögen analysiert, welche mehrere verhaltens- und strukturbedingte Eigenschaften abfragen. Dem “theory of planned behaviour” Ansatz folgend beziehen sich diese Eigenschaften unter anderem auf den erwarteten Nutzen aus den ÖSL Produktion marktfähiger Biomasse, Bodenerosionsverringerung, Wasserqualitätsverbesserung und Erhalt der Pflanzen- und Tierwelt. Im zweiten Artikel wird ein Bayes’sches Netz benutzt, um Entscheidungen als Funktion des erwarteten Nutzens aus ÖSL zu modellieren. Abschließend wird in Artikel 3 das Bayes’sche Netz mit biophysikalischen Daten erweitert, so dass es eine Modellierung des Einflusses der Managemententscheidungen auf ÖSL erlaubt. Die Ergebnisse aus Artikel 1 zeigten, dass die Entscheidung für ganzjährige Pflanzen durch höhere Nutzenerwartungen an die ÖSL Biomasseproduktion, Bodenerosionsverringerung und Wasserqualitätsverbesserung untermauert war. Gleichzeitig wurde ihr Anbau als stärker durch benötigte Fertigkeiten und finanzielle Mittel eingeschränkt empfunden. Organischer Anbau wurde nicht durch erwarteten Nutzen von ÖSL beeinflusst, wurde jedoch als finanziell einschränkender empfunden. Mit Hilfe dieser Informationen konnte das Bayes’sche Netz in Artikel 2 die Entscheidung für mehrjährige Pflanzen präzise voraussagen. Weniger genau waren die Voraussagen für Reis und einjährige Pflanzen. Dies konnte durch die zusätzliche Berücksichtigung von Hangneigungsinformation in Artikel 3 behoben werden, was eine gute Klassifizierung aller Feldfrüchte zur Folge hatte. Darüber hinaus zeigte die Modellierung der Auswirkung von Landnutzungsentscheidungen, dass mehrjährige Pflanzen die Wasserqualität verbessern und Bodenerosion verringern, während organischer Landbau die Wasserqualität verbessert, aber auch mit einer geringeren Biomasseproduktion verbunden ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse auf eine zentrale Rolle finanzieller Motive bei landwirtschaftlichen Entscheidungen in Haean hinweisen. Aus diesem Grund sollten Politikprogramme vornehmlich auf die Schaffung monetärer Anreize abzielen. Des Weiteren scheint die Einführung mehrjähriger Pflanzen und organischen Landbaus ein geeignetes Mittel, um die wasserbezogenen Probleme abzumildern, auch wenn letztere Maßnahme mit einer Verringerung der Biomasseproduktion einhergeht. Die angewandten Methoden zeigen, dass sozio-psychologische Messungen die Bedeutung des multiskalierten Nutzens von ÖSL in landwirtschaftlichen Entscheidungen identifizieren können. Dies liefert entscheidende Informationen, um das Konzept der ÖSL erfolgreich in Politikmaßnahmen einzubauen. Bayes’sche Netze haben sich als angemessen erwiesen, die Modellierung sozio-psychologisch untersuchter Landnutzungen mit der Modellierung biophysikalisch erbrachter ÖSL zu vereinen. Diese Eigenschaft stellt eine unabdingbare Voraussetzung dar, um das Konzept der ÖSL auf eine praktische Art und Weise zu operationalisieren, welche dem ganzheitlichen Ansatz des Konzeptes gerecht wird.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Bayreuth
Year
2014

Author and committee

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Author dc:creator
  • Poppenborg, Patrick
Contributors dc:contributor
  • Thomas, Koellner

Identifiers

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Repository record source_url
https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/1683/
OAI identifier oai:identifier
oai:epub.uni-bayreuth.de:1683

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Last updated
2026-07-27
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Poppenborg, Patrick. The Impact of Socio-Economic Land Use Decisions on the Provision of Ecosystem Services. thesis.doctoral thesis, Universität Bayreuth, 2014. https://epub.uni-bayreuth.de/id/eprint/1683/