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Universität Würzburg

Schätzungen der männlichen und weiblichen Mutationsraten bei Duchennescher Muskeldystrophie

Abstract

dc:description.abstract

Die vorliegende Arbeit besch&#228;ftigt sich mit der Bestimmung des Verh&#228;ltnisses der m&#228;nnlichen und weiblichen Mutationsraten bei der Duchenneschen Muskeldystrophie (DMD), wobei jeweils zwischen Deletionen und Punktmutationen unterschieden wird. Bei der Duchenneschen Muskeldystrophie handelt es sich um eine X-chromosomal rezessiv vererbte Krankheit. Es existiert derzeit keine kausale Therapie, die Patienten versterben meist im 2. Lebensjahrzehnt. Heterozygote Frauen, die in der Regel ph&#228;notypisch gesund sind, kommen als &#220;bertr&#228;gerinnen der Krankheit in Frage. Bislang gibt es keine absolut verl&#228;sslichen direkte Heterozygotentests, es k&#246;nnen nicht alle &#220;bertr&#228;gerinnen identifiziert werden. Stattdessen wird bei einer genetischen Beratung das Risiko einer Frau, &#220;bertr&#228;gerin zu sein, berechnet. Hierbei werden zun&#228;chst mit Hilfe des Familienstammbaums sowie weiteren Ph&#228;notypinformationen wie dem Creatinkinase-Wert (CK), Informationen erfasst. F&#252;r die Berechnung sind dann die Neumutationsrate f&#252;r DMD im Allgemeinen sowie das Verh&#228;ltnis der m&#228;nnlichen (Ny) und weiblichen (My) Mutationsraten Grundlage (k = Ny / My). Die m&#246;glichst genaue Kenntnis des genannten Quotienten k ist daher wesentlich f&#252;r die Ermittlung des Heterozygotenrisikos, um eine kompetente genetische Beratung dieser Frauen zu erm&#246;glichen. Es galt urspr&#252;nglich die Annahme Ny = My und somit k =1. Aufgrund der durchgef&#252;hrten Berechnungen konnte gezeigt werden, dass die Mutationsraten in weiblichen Keimzellen (My) und in m&#228;nnlichen Keimzellen (Ny) nicht, wie anf&#228;nglich angenommen, gleich gro&#223; sind. Es ist also My ungleich Ny, und somit k ungleich 1. Insbesondere muss hierbei zwischen Deletionen und Punktmutationen unterschieden werden. Es l&#228;sst sich sagen, dass f&#252;r Deletionen My > Ny gilt, w&#228;hrend f&#252;r Punktmutationen My < Ny gilt (k = 3,04 also Ny ca 3 My). Die Ergebnisse zeigen, dass ca. 60% der Punktmutationen in der Spermatogenese entstehen, w&#228;hrend fast die Gesamtheit der Deletionen in der Oogenese entsteht. Diese Erkenntnis hat f&#252;r die humangenetische Beratung einer m&#246;glichen Konduktorin f&#252;r die Duchennesche Muskeldystrophie eine gro&#223;e Bedeutung. Aufgrund unserer Berechnungen k&#246;nnen wir davon ausgehen, dass bei Deletionen n&#228;herungsweise 50% der F&#228;lle tats&#228;chliche Neumutationen sind, w&#228;hrend es sich in 50% der F&#228;lle bei den M&#252;ttern um Konduktorinnen handelt. Damit ist die die Zahl der tats&#228;chlichen Neumutationen deutlich h&#246;her als durch theoretische &#220;berlegungen fr&#252;her angenommen (33%), w&#228;hrend die Zahl der Konduktorinnen deutlich niedriger ist als angenommen (66%). F&#252;r eine Mutter, die ein Kind mit Duchennescher Muskeldystrophie geboren hat, bei dem eine Deletion vorliegt, gilt nun, dass das Risiko, erneut ein krankes Kind zu geb&#228;ren, signifikant niedriger ist als das gesch&#228;tzte Risiko unter der Annahme gleicher Mutationsraten in Oogenese und Spermatogenese. F&#252;r Punktmutationen k&#246;nnen wir davon ausgehen, dass etwa 20% der F&#228;lle tats&#228;chliche Neumutationen sind, w&#228;hrend es sich in 80% der F&#228;lle bei den M&#252;ttern um Konduktorinnen handelt. Damit ist die die Zahl der tats&#228;chlichen Neumutationen deutlich niedriger, w&#228;hrend die Zahl der Konduktorinnen deutlich h&#246;her ist als angenommen. F&#252;r eine Mutter, die ein Kind mit Duchennescher Muskeldystrophie geboren hat, bei dem eine Punktmutation vorliegt, gilt nun, dass das Risiko, erneut ein krankes Kind zu geb&#228;ren, deutlich h&#246;her ist als zun&#228;chst angenommen.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Würzburg
Year
2005

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Krüger, Miriam
Contributors dc:contributor
  • Grimm, Tiemo

Subjects

dc:subject × 4

Identifiers

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OAI identifier oai:identifier
oai:opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de:1359

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Harvested from
Universität Wüzburg
Base URL
opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/oai
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Krüger, Miriam. Schätzungen der männlichen und weiblichen Mutationsraten bei Duchennescher Muskeldystrophie. thesis.doctoral thesis, Universität Würzburg, 2005. https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/docId/1359