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Universität Tübingen

(Früh-) Start mit Musik? - Kurzzeitige Effekte pentatonischer Livemusik auf physiologische Parameter Früh- und Reifgeborener und auf die Ängstlichkeit ihrer Mütter

Abstract

Hintergrund. Die positiven Effekte von Musik auf Neugeborene, beispielsweise gemessen an physiologischen Parametern wie der Herzrate (HR) oder der Sauerstoffsättigung (SpO2), konnten vor allem bei Frühgeborenen gezeigt werden. Auch ihre Eltern können von musikbasierten Interventionen profitieren. Der Forschungsstand zur Wirkung von Musik auf reife Neugeborene ist bisher wenig umfassend. In der anthroposophischen Musiktherapie gilt die pentatonische Musik als besonders geeignet für kleine Kinder; ihre Wirkung wurde bisher jedoch selten untersucht. Methoden – Studie 1. In einem randomisierten, kontrollierten Crossover-Design wurden Frühgeborene (n = 21) in zwei Bedingungen untersucht. Eine Messung dauerte 2 h 15 Minuten, wobei in den mittleren 15 Minuten entweder Livemusik auf der pentatonisch gestimmten Kinderharfe gespielt wurde (Musikbedingung, MB) oder keine Musikintervention stattfand (Kontrollbedingung, KB). Während der gesamten Messdauer wurden die HR, die SpO2, die Atemfrequenz (AF), Entsättigungen sowie Brady- und Tachykardien aufgezeichnet. Des Weiteren wurden Parameter wie der Perfusionsindex (PI), die Pulswellenlatenz (PTT-W1) und verschiedene Parameter der Herzratenvariabilität (HRV: RMSSD, SDNN, pNN50, LF/HF) berechnet. Die Mütter bearbeiteten, soweit anwesend, zu verschiedenen Zeitpunkten das State-Trait-Angstinventar (STAI) und schätzten den Zustand des Kindes ein (Fragebogen zum Zustand des Kindes, FZK). Je nach Parameter sollte sich im Prä-Post-Vergleich in der MB eine Zu- oder Abnahme desselben zeigen. Ergebnisse – Studie 1. Der PI und der HRV-Parameter pNN50 nahmen in der MB signifikant zu. Die SDNN stieg in der MB marginal signifikant an. Bei den anderen physiologischen Parametern blieben die erwarteten Veränderungen aus. Insgesamt traten nur sehr wenige Ereignisse wie Entsättigungen, Brady- und Tachykardien auf und es konnte keine Abnahme durch die Musikintervention gezeigt werden. Die Zustandsangst der Mütter nahm in der MB signifikant ab; die Einschätzung des kindlichen Zustandes änderte sich nicht. Methoden – Studie 2. Weitestgehend dem Versuchsplan von Studie 1 entsprechend wurde die Wirkung von pentatonischer Livemusik auf reife Neugeborene (n = 20) in einem randomisierten, kontrollierten Crossover-Design untersucht. Die Messdauer betrug jedoch nur 45 Minuten, wobei wiederum in den mittleren 15 Minuten entweder eine Musikintervention stattfand (MB) oder keine Musik gespielt wurde (KB). Während der Messungen wurden dieselben Parameter erfasst wie für Studie 1 beschrieben, das Auftreten von Entsättigungen sowie Brady- und Tachykardien war jedoch nicht von Interesse. Die Mütter waren bei allen Messungen anwesend und füllten zu verschiedenen Zeitpunkten das STAI und den FZK aus. In der MB wurde eine Prä-Post-Veränderung der Parameter in Richtung weniger Stresserleben bzw. mehr Entspannung erwartet. Ergebnisse – Studie 2. Die PTT-W1 nahm sowohl in der MB als auch in der KB über die Zeit zu. Es zeigten sich keine den Hypothesen entsprechenden Veränderungen der physiologischen Parameter der Neugeborenen. Die mütterliche Zustandsangst nahm jedoch in der MB über die Zeit stark ab und die Mütter nahmen ihre Kinder nach der Musik ruhiger wahr. Diskussion. Der Einsatz pentatonischer Livemusik scheint ein vielversprechender Ansatz zu sein, um das Wohlbefinden von Müttern zu fördern. Die gefundenen Ergebnisse der physiologischen Parameter sprechen zumindest teilweise für eine entspannende Wirkung auf Neugeborene. Um herauszufinden, inwiefern sich ein längerfristiger Einsatz von Musik auf die Entwicklung Neugeborener auswirkt und inwiefern Mütter oder auch Väter von einem aktiveren Einbezug in die Musikintervention profitieren, bedarf es weiterer Forschung.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Ranger, Alice

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/68041

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source
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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Ranger, Alice. (Früh-) Start mit Musik? - Kurzzeitige Effekte pentatonischer Livemusik auf physiologische Parameter Früh- und Reifgeborener und auf die Ängstlichkeit ihrer Mütter. 2016.