Back to search

Universität Tübingen

Auffälligkeiten der Feinmotorik bei Risikopatienten für eine Parkinson-Erkrankung

Abstract

Morbus Parkinson zählt zu den weltweit häufigsten chronischen degenerativen neurologischen Erkrankungen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde erstmals bei einer großen Kohorte von Gesunden, bei Risikopersonen für eine Parkinson-Erkrankung und bei Parkinson-Patienten systematisch Auffälligkeiten der Feinmotorik beim Finger Tapping mit Hilfe eines hochauflösenden Drucksensors (Q-Motor System) untersucht und die ermittelten Parameter mittels Datenanalyse statistisch ausgewertet. Die Gesunden sowie die Risikopersonen für eine Parkinson-Erkrankung waren Teilnehmer der TREND-Studie (Tübinger Erhebung von Risikofaktoren zur Erkennung von Neurodegeneration). Unter Risikogruppen für eine Parkinson-Erkrankung wurden Personen mit einer Depression, einer RBD (REM-Schlafstörung), einer Hyposmie oder das gemeinsame Auftreten mehrerer dieser Erkrankungen angesehen. Untersucht wurde ob Personen mit ansteigender Anzahl von Risikofaktoren mehr Ähnlichkeiten mit PD-Patienten im Hinblick auf das Finger-Tapping zeigen. Ausgewertet wurden folgende Parameter des Finger Tappings: mean IPI, Frequenz, mean tap duration, SD max. tap force, SD tap duration, SD IPI, mean ΔIPI, SD ΔIPI, mean max. tap force. Bei den Parametern der Geschwindigkeit und den Parametern der Rhythmizität ohne Vorgabe eines Rhythmus (SD tap duration, SD IPI) waren die Ergebnisse der Probanden mit zwei Risikofaktoren dem Verhalten der PD-Patienten am ähnlichsten. Bei dem Parameter der Kraft waren es die Probanden mit drei Risikofaktoren. Personen mit mehreren Risikofaktoren hatten somit mehr Ähnlichkeiten mit PD-Patienten hinsichtlich der Feinmotorik. Bei der Betrachtung der Art der Risikofaktoren zeigte vor allem die DEPRBD-Kohorte (=Kohorte mit Depression und RBD) große Auffälligkeiten bei der mean max. tap force und mean ΔIPI und SD ΔIPI, wobei auch die HYPRBD-Kohorte (=Kohorte mit Hyposmie und RBD) vor allem in Bezug auf die Parameter der Geschwindigkeit hoch auffällig war. Somit spielt wohl nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art der Risikofaktoren eine Rolle. Es zeigte sich auch, dass ein isolierter Risikofaktor, außer bei Betrachtung der mean max. tap force, noch nicht zu Veränderungen im Finger-Tapping führte. Vor allem bei Personen mit zwei oder drei Risikofaktoren für eine Parkinson-Erkrankung, die ähnliche Auffälligkeiten in der Feinmotorik wie PD-Patienten aufwiesen, bleibt es eine wichtige Frage, ob es sich bei diesen Personen wirklich um diejenigen handelt, die das stärkste Risiko haben an Morbus Parkinson zu erkranken. Langfristig wäre das Ziel anhand diskreter Auffälligkeiten im Finger-Tapping Personen in der präklinischen Phase einer Parkinson-Erkrankung erkennen zu können, um frühzeitig therapeutisch tätig werden zu können. Um neue Erkenntnisse über die Feinmotorik des Morbus Parkinson zu gewinnen und zur Weiterentwicklung des Testsystems, wären große multizentrische Studien zur Untersuchung der Feinmotorik an Parkinsonpatienten wünschenswert.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Nathan, Suzanne

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/59382

Chain of custody

source
Harvested from
Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
related terms
citation

Nathan, Suzanne. Auffälligkeiten der Feinmotorik bei Risikopatienten für eine Parkinson-Erkrankung. 2015.