Universität Tübingen
Glykopeptidmimetika: Synthesen und Strukturen von glykosylierten Hexa-beta-peptiden
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wurden neue Oligosaccharidmimetika in Form von glykosylierten Hexa-beta-peptiden synthetisiert. Hierfür werden Glykopeptidbausteine, bestehend aus einem Kohlenhydrat-Anteil (Galactose und Glucose), verbunden einen n-Pentylspacer und der Asparaginsäure verwendet. Anschließend wurden verschiedene alpha- und beta-Aminosäuren über die beta-Carboxylfunktion der Asparaginsäure zu Tripeptiden mit beta-Aminosäurenrückgrat verknüpft . Für die Synthese der Tripeptide wurden zwei verschiedene Synthesewege optimiert. Zum einen wird der Glykopeptidbaustein mit einem aktivierten Monobausteinen der Aminosäuren zu einem Tripeptidbaustein verknüpft. Zum anderen wurde ein Dipeptid aus den Monobausteinen der Aminosäuren synthetisiert und anschließend mit der Asparaginsäure des Glykopeptidbausteins gekuppelt. Auf diese Weise wurden die Dipeptide von beta-Alanin, Asparaginsäure und gemischte Dipeptide mit Asparaginsäure-Aminoisobuttersäure, Asparaginsäure-Aminocyclohexancarbonsäure und Asparaginsäure-Aminocyclopentan-carbonsäure in das Rückgrat eingebunden. Die dargestellten Tripeptide wurden anschließend zu Hexapeptiden nach einem Baukastensystem verbunden. Es konnten die Tripeptide mit endständiger beta-Aminosäuren zu vier verschiedenen Hexapeptiden gekuppelt werden. Hierfür wurden Peptidkupplungsmethoden wie EDCl, Pentafluorphenol, TBTU, HBTU, PyBOP und HATU verwendet. In den Hexapeptiden wurden die Tripeptide mit beta-Alanin-beta-Alanin, Asparaginsäure-Aminocyclohexancarbonsäure und Asparaginsäure-Aminocyclopentancarbonsäure in das Peptidrückgrat eingebaut. Für die Strukturuntersuchung der dargestellten Hexapeptide wurden sie anschließend erst mit Trifluoressigsäure, dann mit Ammoniak in Methanol vollständig entschützt. Das NOE- und CD-Spektrum des Hexapeptids mit dem Einbau von Aminocyclohexancarbonsäure zeigen eine helicale Sekundärstruktur in wässriger Lösung. Das Hexapeptid mit beta-Alanin im Rückgrat deutet auf eine beta-Faltblattstruktur hin. Das Hexapeptid mit Aminocyclo-pentancarbonsäure und ein gemischtes Hexapeptid mit beiden alicyclischen beta-Aminosäuren besitzen eine Random Coil Struktur. Zum Schluss wurden die entschützten Hexapeptide auf Nitrocellulose immobilisiert und mit den Lektinen Con A, PHE-A und GNA einem Lektin-Screening unterzogen. Die helicale Struktur des Hexapeptids mit Aminocyclohexancarbonsäure ergab mit Con A eine Anbindung, ebenso die Hexapeptide mit beta-Alanin und Aminocyclopentancarbonsäure im Rückgrat mit Random Coil Struktur. Dafür hat das gemischte Hexapeptid in allen drei Fällen eine sichtbare Affinität zu Lektinen gezeigt. Die flexible Random Coil Struktur des gemischten Hexapeptid wurde besser angenommen als die starre helicale Struktur des Hexapeptids mit Aminocyclohexancarbonsäure.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Daiber, Ralf
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/49152