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Universität Tübingen

Wer bezahlt für unser Essen? Eine international vergleichende Studie zu den Gründen und Folgen von Staatseingriffen in den Agrarsektor im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie.

Abstract

Zahlreiche Staaten, darunter die meisten Mitglieder der Europäischen Union, greifen zu Gunsten ihrer Agrarsektoren in den Markt ein, obwohl diese oftmals über komparative Kostennachteile bei der Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen verfügen. Im Gegensatz dazu werden landwirtschaftliche Güter in Staaten – wie z.B. Argentinien -, die über komparative Kostenvorteile verfügen, unter anderem durch Steuern und Exportbeschränkungen benachteiligt. Beide Politiken sind unter dem Gesichtspunkt ökonomischer Rationalität nicht zu erklären. Weshalb verfolgen Nationalstaaten regulative Politiken zum volkswirtschaftlichen Nachteil? Und welche Konsequenzen resultieren aus Staatseingriffen, die schwache Sektoren stützen bzw. wettbewerbsfähige diskriminieren? Zur Erklärung dieser ökonomischen Irrationalität wird im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie auf Mancur Olsons Collective Action und Gary Beckers Wettbewerbsmodell der Interessengruppen zurückgegriffen. Beide bestätigen die zuvor operationalisierten Thesen: (a) Je kleiner der Agrarsektor, desto besser können Interessengruppen mobilisieren und ihre Belange durchsetzen. (b) Je geringer die Konkurrenz zwischen den Interessengruppen bzw. je höher die Konzentration potenzieller Mitglieder in einer Interessengruppe, desto höher wiederum die Mobilisierbarkeit. Auf Basis dieser theoretischen Fundierung werden 56 Staaten mit ihren Agrarsektoren in sechs Cluster unterteilt, aus denen sechs repräsentative Fallstudien (Argentinien, Indonesien, Mexiko, Neuseeland, Südkorea und USA) eingehend betrachtet werden. Die theoretisch postulierte Bedeutung der internen Charakteristika der Interessengruppen bestätigt sich dabei auch empirisch. Die Erkenntnisse münden in Politikempfehlungen für die politischen Akteure (Politiker und Interessengruppen) und bieten Handreichungen entsprechend der jeweiligen Clusterzugehörigkeit: einerseits zur ökonomisch rationalen Regulierung und andererseits zur effektiven Durchsetzung der jeweiligen Interessen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Authors
  • Gabel, Mathias
  • Jenner, Steffen

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/47709
OAI identifier oai:identifier
oai:publikationen.uni-tuebingen.de:10900/47709

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source
Harvested from
Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-27
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Gabel, Mathias; Jenner, Steffen. Wer bezahlt für unser Essen? Eine international vergleichende Studie zu den Gründen und Folgen von Staatseingriffen in den Agrarsektor im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie.. 2009.