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Universität Tübingen

Sozio-politische Determinanten unternehmerischer Public Affairs-Strategien – Eine Empirische Untersuchung in Deutschland, Frankreich und den USA

Abstract

Die Beschränkung von Unternehmen auf die Kernaufgabe der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen lässt sich in der Praxis kaum mehr durchhalten. Gesellschaftliche Entwicklungen und politisches Handeln verändern kontinuierlich die Marktbedingungen und wirken zum Teil unmittelbar in die Unternehmenssphäre hinein. Zugleich sind unternehmerische Handlungen Gegenstand einer verstärkten öffentlichen Politisierung und Moralisierung geworden; sie stehen unter dem systematischen Vorbehalt der gesellschaftlichen Akzeptanz – eine lediglich temporäre „sozio-politische Konzession“, welche nicht alleine durch die Befolgung gesetzlicher Spielregeln sichergestellt werden kann. Neben das strategische Lobbying und die Public Relations des 20. Jahrhunderts ist daher Public Affairs (PA) getreten. In seiner Grenzstellenfunktion nun, bietet PA wenig Potential für länderübergreifende Standardisierung; die konkreten Gestaltungserfordernisse dieser Aufgabe sind hochgradig kontext-sensibel. Es ist dieses letzte Phänomen – die kontextabhängige Varianz von unternehmerischer PA – welches den Gegenstand der vorliegenden Arbeit bildet. Dabei soll ein systematischer Ländervergleich auf Grundlage klar spezifizierter Variablen helfen, die bestehenden empirischen und theoretisch-konzeptionellen Forschungsdefizite im Bereich komparativer PA-Forschung zu beseitigen. Als Untersuchungseinheiten stehen die PA-Strategien französischer, deutscher und US-amerikanischer Großunternehmungen im Blick. Der relevante theoretische Hintergrund umfasst Erkenntnisse aus dem Bereich der Systemtheorie, der Stakeholder-Theorie sowie der ökonomischen Varianten des Neoinstitutionalismus. Als Schlüsseldeterminanten wurden im Verlauf unserer theoretischen Arbeit drei institutionelle Merkmale herausgearbeitet: die Partizipationsstruktur einer Gesellschaft, die Machtdispersion innerhalb derselben sowie der handlungsleitende, nationale Politikstil. Zur Konzeptionalisierung der abhängigen Variablen haben wir unter Zuhilfenahme eines Konzeptes von Dyllick (1989) eine fünf Dimensionen umfassende Strategie-Typologie des PA-Managements entwickelt. Diese umfasst eine interaktive, ethische, kommunikative, zeitliche und organisatorische Dimension Die konzeptionellen Bestandteile unseres theoretischen Bezugsrahmens haben sich weitgehend bewährt: So konnte unsere fünfdimensionale Strategietypologie im Hinblick auf die Unabhängigkeit ihrer Komponenten validiert werden. In Bezug auf die institutionellen Merkmale haben sich Partizipationsstruktur und Machtdispersion als erklärungskräftige Variablen erwiesen. Der Politikstil – in der konzeptionellen Gestalt der Konfliktregelung – konnte nicht als relevante Variable nachgewiesen werden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Schauerte, Isabel

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/47605

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Schauerte, Isabel. Sozio-politische Determinanten unternehmerischer Public Affairs-Strategien – Eine Empirische Untersuchung in Deutschland, Frankreich und den USA. 2008.