Universität Tübingen
Untersuchungen zur Zelltodinduktion durch Enterokokken, Streptokokken und Staphylokokken in Makrophagen
Abstract
Makrophagen bilden als Phagozyten die vorderste Front des angeborenen Immunsystems. So können sie Bakterien aufnehmen und inaktivieren, bevor diese ihre Pathogenität entfalten. Grampositive Bakterien, wie beispielsweise Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes, sind in der Lage, programmierten Zelltod in Makrophagen auszulösen und hierdurch die Immunantwort des Wirts zu umgehen. In der vorliegenden Arbeit wurde gezeigt, dass darüber hinaus auch zahlreiche andere Staphylokokken- und Streptokokkenspezies zytotoxisch auf J774A.1-Makrophagen wirken, was zur Pathogenität dieser Bakterien beitragen könnte. Enterokokken sind ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Darmflora. Sie gewinnen allerdings zunehmend Aufmerksamkeit als Auslöser lebensbedrohlicher Infektionen, vor allem bei immunsupprimierten Patienten. In der vorliegenden Arbeit wurden J774A.1-Makrophagen mit verschiedenen Enterokokkenspezies und einer Reihe von E. faecium-Stämmen infiziert, welche sich hinsichtlich ihrer Antibiotikaresistenz und dem Vorhandensein des Oberflächenproteins Esp unterschieden. Dabei stellte sich heraus, dass Enterokokken unabhängig von der Spezies in der Lage sind, in Makrophagen nekrotischen Zelltod auszulösen. Weiterführende Untersuchungen mit E. faecium zeigten, dass Lysozym für den durch E. faecium ausgelösten Zelltod essenziell ist, wobei der Zelltod weder durch Caspasenhemmung mit zVAD-fmk, Aufnahmehemmung durch Cytochalasin D oder intrazelluläre Abtötung der Enterokokken mit Rifampicin verhindert werden konnte. Das Vorhandensein des bakteriellen Oberflächenproteins Esp oder bestimmter Antibiotikaresistenzen erhöhte die Zelltodraten nicht. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass es einen gemeinsamen, bislang unbekannten zytotoxischen Faktor von Enterokokken gibt, der im Beisein von Lysozym freigesetzt wird. Weiterführende Arbeiten, die auf den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit aufbauen, deuten darauf hin, dass es sich dabei um zytotoxisch wirksame, reaktive Sauerstoffspezies (ROS) handeln könnte, die unter dem Einfluss von Lysozym aus Enterokokken freigesetzt werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Fritz, Evelyn Elisabeth
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/46116