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Universität Tübingen

Klinische Ergebnisse in der Behandlung der rezidivierenden respiratorischen Papillomatose mit Microdebrider, intraläsionaler Cidofovir-Injektion und Impfung mit Gardasil

Abstract

Die Rekurrierende Respiratorische Papillomatose (RRP) ist eine seltene Erkrankung, die Kinder, aber auch Erwachsene betrifft. Sie ist charakterisiert durch eine Proliferation benigner Plattenepithel-Papillome innerhalb des Aerodigestiv-Traktes mit dem Larynx als Prädilektionsstelle. Hervorgerufen wird die RRP durch eine orale Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) der Typen 6 oder 11. Bei aggressiven Verlaufsformen, die eine Vielzahl von Papillomabtragungen im Abstand von wenigen Monaten oder gar Wochen erfordern, sind bleibende Stimm- und Atemstörungen nahezu unvermeidbar. Um die Ausbreitung der Erkrankung in die unteren Atemwege zu verhindern bleibt die Tracheotomie sehr aggressiven Krankheitsverläufen mit Einengung der Luftwege vorbehalten. Adjuvante Therapiemaßnahmen helfen die Rezidivrate der RRP zu senken. In der HNO Universitätsklinik Tübingen wird hierfür die intraläsionale Cidofovir Injektion angewendet. Der kürzlich entwickelte tetravalente HPV Impfstoff Gardasil® induziert neutralisierende Antikörper gegen Kapsid-Antigene sowohl der HPV Typen 16 und 18, als auch der HPV Typen 6 und 11. Der Impfstoff hat sich als sicher und hoch immunogen erwiesen und kann Infektionen durch einen der vier HPV Typen sowie die dadurch hervorgerufenen epithelialen Läsionen erfolgreich verhindern. Wir stellen die Hypothese auf, dass die HPV Vakzinierung bei RRP durch die Verhinderung neuer Papillome einen positiven therapeutischen Effekt hat. Unsere klinischen Ergebnisse nach einer Immunisierung von 13 Patienten belegen einen positiven Effekt auf den Verlauf der Erkrankung. Angesichts des geringen Risikos dieser adjuvanten Behandlung schlagen wir die Durchführung einer größeren, kontrollierten und multizentrischen Studie zur weiteren Überprüfung der Ergebnisse einer Gardasil® Immunisierung bei RRP vor. Neben der RRP gilt inzwischen auch der kausale Zusammenhang zwischen Infektionen mit Humanen Papillomviren und Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals Bereichs als gesichert. Durch die Einführung prophylaktischer HPV Vakzine gegen die häufigsten Hochrisikotypen kann künftig auch von einer Änderung der Prävalenz von malignen Neoplasien im Kopf-Hals Bereich ausgegangen werden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Schäfer, Fabian Axel

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/46094

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Schäfer, Fabian Axel. Klinische Ergebnisse in der Behandlung der rezidivierenden respiratorischen Papillomatose mit Microdebrider, intraläsionaler Cidofovir-Injektion und Impfung mit Gardasil. 2013.