Universität Tübingen
Eine Untersuchung der Anzeigenwerbung in populärmedizinischen Zeitschriften von 1900-1930 am Beispiel der Homöopathischen Monatsblätter
Abstract
Thema der Arbeit ist die Betrachtung der Anzeigenwerbung der Laienpresse von 1900-1930. Die Anzeigenwerbung für Arzneimittel veränderte sich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung umfassend. Die pharmazeutische Industrie produzierte Arzneimittel auf Vorrat, für deren Absatz die Anzeige als Mittler zwischen Produzent und Konsument immer größere Bedeutung erlangte. In der Laienpresse war noch eine Bewerbung aller Arzneimittel möglich. Es konnten darin Werbung für die traditionellen Geheimmittel sowie für die, in rascher Folge entwickelten, synthetisch hergestellten Arzneispezialitäten erscheinen. Die vorliegende Arbeit untersucht die Anzeigen der populärmedizinischen Zeitschrift „Homöopathische Monatsblätter“ von 1900-1930 quantitativ und qualitativ. Ein Schwerpunkt wird auf die Arznei-, Heil- und Nahrungsergänzungsmittel gelegt, die zusammen 21,3% des gesamten Anzeigenvolumens ausmachen. Mit dem Analyseschlüssel der Emnid-Faktoriellen-Anzeigenanalyse aus dem Jahr 1961 werden die formalen und inhaltlichen Veränderungen der Anzeigen im Verlauf des Beobachtungszeitraums aufgezeigt. Die kontinuierliche Zunahme der Bilder und Abbildung von Konsumenten verdeutlicht diese Entwicklung anschaulich. An der Anzeigenserie des Nervenmittels „Biocitin“ wird zudem die suggestive Beeinflussung des Lesers bis zum Kaufwunsch dargestellt. Weiterhin werden die Arzneimittel selbst betrachtet. Nach ihrer Wirkung erfolgt eine Einteilung in Husten-, Magen-Darm-, Nerven-, Herzkreislauf-, Stärkungs-, Schwächemittel und andere mehr. Auf der Grundlage der deklarierten Inhaltsstoffe und der angegebenen Wirkungsbreite wird eine Unterscheidung in Universalheilmittel und Spezifika vorgenommen. Darüber hinaus wird die Frage untersucht, ob Universalheilmittel identisch mit Geheimmitteln und Spezifika mit Spezialitäten sind und welche Anhaltspunkte die Anzeigen liefern. Die Ergebnisse zeigen eine Zuordnung von 57,5% der Arzneimittel zu den spezifisch wirkenden Mitteln und damit zu den Spezialitäten. Die Geheimmittel sind aufgrund der Merkmale in den Anzeigen hingegen retrospektiv nicht eindeutig identifizierbar.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Hoffmann, Edda
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/46078