Universität Tübingen
Stellenwert der präoperativen Endosonographie in der stadiengerechten Therapieentscheidung beim Ösophaguskarzinom
Abstract
Dem präoperativen Staging kommt im Hinblick auf die Therapieentscheidung für eine neoadjuvante Behandlung eine besondere Bedeutung zu. Deshalb ist es entscheidend, hier möglichst zuverlässig das exakte Tumorstadium zu bestimmen. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, die stadiengerechte Therapieentscheidung beim Ösophaguskarzinom auf der Basis des endosonographischen Stagings zu bewerten. Dabei wurde das Krankengut des Katharinenhospitals in Stuttgart im Zeitraum von 7 Jahren seit Januar 2001 überprüft. Einschlusskriterien waren eine präoperative EUS mit anschließender Operation eines Ösophaguskarzinoms, Ausschlusskriterien eine neoadjuvante Behandlung. Dabei zeigte sich bei 78 Patienten, dass die endosonographische Stadieneinteilung im T1-Stadium in 42,9% (3/7), im T2-Stadium in 40,7% (11/27), im T3-Stadium in 83,3% (35/42) und im T4-Stadium in 100% (2/2) korrekt erfolgte, im N--Stadium in 26,7% (8/30) und im N+-Stadium in 85,4% (41/48) mit der Histologie übereinstimmte. Fehleinschätzungen erfolgten insgesamt im T-Stadium in 34,6% (27/78) und im N-Stadium in 37,2% (29/78). Dabei zeigte sich insbesondere ein Overstaging im T2-Stadium von 59,3% (16/27) und im N--Stadium von 73,3% (22/30). Eine seit Jahren bekannte Schwachstelle der EUS ist die therapierelevante Differenzierung von pT2- und pT3- sowie pN--und pN+-Tumoren. Dabei kann das Merkmal der CIV mit zentraler intranodaler Blutgefäßversorgung und zusätzlich die FNA bei fraglichem Befall von Lymphknoten zur Sicherung der Diagnose vor neoadjuvanter Behandlung von Nutzen sein. Patienten-, tumor- und Untersucherbezogene Merkmale hatten in dieser Studie keinen relevanten und erklärbaren Einfluss auf die Wertigkeit der EUS.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
-
- Tran, Dinh Duoc
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/46028