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Universität Tübingen

Risikostratifizierung des plötzlichen Herztodes mit Hilfe genetischer Einzelbasenpolymorphismen im Apelin- und Angiotensinogen-Gen

Abstract

Der plötzliche Herztod (SCD) gehört zu den häufigsten Todesursachen in industrialisierten Ländern und wird mit dem zunehmenden Altersdurchschnitt und geänderten Lebensstil der Bevölkerung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der implantierbare Kardioverter/Defibrillator (ICD) hat sich in der Sekundärprophylaxe (erfolgreiche Reanimation nach Herzkreislaufstillstand durch Kammerflimmern bzw. ventrikuläre Tachyarrhythmien) gegenüber konservativen Maßnahmen durch überlegene Ergebnisse durchsetzen können und ist in der klinischen Routine etabliert. Die Primärprophylaxe des SCD jedoch stellt den Kliniker vor eine große medizinische und gesundheitspolitische Herausforderung. Auf der einen Seite müssen möglichst viele Patienten mit hohem Risiko identifiziert werden, damit sie einer ICD-Therapie zugeführt werden können. Andererseits ist es auf Grund von Komplikationen, welche im Zuge der Implantation und des laufenden Betriebs auftreten können sowie des in der heutigen Zeit nicht unbedeutenden Kostenaspektes wichtig, nur solche Patienten herauszufiltern, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit vom ICD profitieren. Der Arzt sieht sich einer Vielzahl an invasiv und nicht-invasiv zu bestimmenden Markern zur Risikostratifikation gegenüber. In die Routine haben jedoch außer der LVEF nur wenige Marker Einzug gefunden. Ziel dieser Arbeit ist es, einen mittels Genotypisierung einfach zu bestimmenden Marker im Blut zu identifizieren, welcher mit einem erhöhten SCD-Risiko einhergeht. 135 ICD-Träger wurden auf das Vorhandensein von bestimmten SNPs im Apelin- und Angiotensinogen-Gen hin untersucht und dann der Genotypus mit der Zeit bis zum ersten Auftreten einer möglichen VT korreliert. Dabei konnte ein protektiver Effekt des APLN RS3115840 SNP gegenüber ventrikulären Arrhythmien gezeigt werden. Träger des unmutierten Gens hatten ein 2,2fach erhöhtes Risiko für VT, die mittlere Zeitdauer bis zu einer ersten VT-Episode lag bei 74,5 Monaten im Vergleich zu 96,2 Monaten bei Trägern des SNP (p=0,031). Die Bestimmung des Genotypus könnte somit eine weitere Möglichkeit der Risikostratifizierung und Hilfe bei der Primärprophylaxe des plötzlichen Herztodes darstellen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Beckert, Conrad

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/46015

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Beckert, Conrad. Risikostratifizierung des plötzlichen Herztodes mit Hilfe genetischer Einzelbasenpolymorphismen im Apelin- und Angiotensinogen-Gen. 2012.