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Universität Tübingen

Auswirkungen von 48 - stündiger freiwilliger Nahrungskarenz auf Leistungsfähigkeit und Energieverbrauch gesunder junger Frauen

Abstract

Der aktuelle Stand der Forschung bietet im Bereich der ernährungsmedizinischen Forschung bei negativer Energiebilanz in Form von Fasten zum Thema Leistungsdiagnostik bisher sehr wenige Erkenntnisse. Im Rahmen von Forschungsaktivitäten der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen wurde zu Zwecken der Grundlagenforschung an gesunden Probandinnen die „Fastenstudie 2008“ durchgeführt. Es handelt sich um eine monozentrische, kontrolliert- experimentelle Pilotstudie zur Überprüfung der Auswirkungen von mehrtägiger vollständiger Nahrungskarenz auf verschiedene Körperfunktionen, Leistungsfähigkeit und psychisches Befinden. Im Rahmen dieser Dissertationsschrift wurden die Faktoren Leistungsfähigkeit und Energieverbrauch während der Nahrungskarenz untersucht. Über drei Tage fanden in 24 - stündigen Abständen drei Messungen (Baseline-24h - 48h) an 16 klinisch gesunden, jungen (18 - 28 Jahre), normalgewichtigen (BMI 19 – 25 kg/m²) Probandinnen statt. Anhand der zu Beginn der Studie durchgeführten Anamnese und der klinischen Untersuchung wurde der Trainingszustand der Probandinnen erhoben. Während der gesamten Studie war es den Probandinnen ausschließlich erlaubt, Wasser in unbegrenzter Menge zu sich zu nehmen. Die Versuchsdurchführung erfolgte unter standardisierten Bedingungen im Zentrum für Ernährungsmedizin in Stuttgart - Hohenheim. Zu jedem Messzeitpunkt wurde die Spiroergometrie bis zu submaximaler Belastung (60 - 80%) auf einem Fahrradergometer mit gleichzeitiger EKG -, Blutdruck - und Herzfrequenz - Aufzeichnung durchgeführt. Darüber hinaus fanden jeweils die indirekte Kalorimetrie und die Laktatdiagnostik statt. Alle wichtigen respiratorischen, hämodynamischen und Leistungsparameter wurden erhoben. Außerdem wurden jeweils die Laktatwerte während der Belastung, sowie Körpergewicht und BMI gemessen. Die Auswertung erfolgte mittels ANOVA, welche mit dem etablierten Statistikprogramm SPSS berechnet wurde. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Abfall der Leistungsfähigkeit während submaximaler Belastung. Der Gesamtenergieverbrauch in Ruhe veränderte sich nicht signifikant. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass sich Stoffwechselprozesse schon innerhalb des relativ kurzen Zeitraumes von 48 h von Kohlenhydraten zu Fetten als dominierenden Energielieferanten verlagern. Ein Einfluss des Trainingszustandes auf Veränderungen des Körpergewichtes und des BMI konnte unerwartet festgestellt werden. Unter Einbezug und Diskussion des derzeitigen Forschungsstandes kamen wir zu dem Ergebnis, dass vollständige Nahrungskarenz im Zeitraum von 48 Stunden einen deutlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und den Energieverbrauch hat. Um zukünftig diese Erkenntnisse zu festigen und weiter auszubauen, sind größer und länger angelegte Folgestudien zunächst weiterhin an gesunden Probandinnen notwendig. Ziel soll es sein, nach vollständigem Verständnis der physiologischen Prozesse während Nahrungskarenz Pathomechanismen von Essstörungen erklären zu können.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Haas, Tabea Maria

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45929

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source
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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Haas, Tabea Maria. Auswirkungen von 48 - stündiger freiwilliger Nahrungskarenz auf Leistungsfähigkeit und Energieverbrauch gesunder junger Frauen. 2011.