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Universität Tübingen

Mechanismen der intrinsischen Cisplatinhypersensitivität bei der testikulären Keimzelltumor-Linie NTERA-2D1

Abstract

Mit Einführung von Cisplatin gelang ein Durchbruch in der Therapie testikulärer Keimzelltumore, deren Heilungsrate auf über 80% gesteigert werden konnte. Die Ursache der Hypersensitivität von Hodenkarzinomen gegenüber Cisplatin ist bis heute nicht abschließend geklärt, für die Medizin jedoch von hohem Interesse, da hieraus möglicherweise neue Ansätze für die Therapie anderer Tumorentitäten gewonnen werden könnten. In der vorliegenden Arbeit konnte die hohe Sensitivität der testikulären Keimzelltumorlinie NTERA-2D1 bestätigt sowie die rasche Induktion eines mitochondrialen Caspase-abhängigen Zelltodes gezeigt werden. Eine extrinsische Aktivierung der Apoptose war hier nicht beteiligt. Allerdings scheint eine Beteiligung von zytoplasmatischem p53 möglich. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die NTERA-2D1 zur Reparatur Cisplatin-induzierter Schäden in der Lage ist, wenn sie durch Hemmung der Caspasen-Aktivität am frühen Zelltod gehindert wird. Zur Untersuchung der molekularen Mechanismen wurde die NTERA-2D1 für 48h mit Retinolsäure behandelt (NTERA-2D1+RA), wodurch eine Differenzierung eingeleitet und ein Sensitivitätsunterschied von 1 log-Stufe erreicht wurde. Verschiedene für Reparatur, Schadenserkennung und Apoptose relevante Proteine wurden vergleichend untersucht, wobei für XPC, XPA, ATM und CHK1 keine Unterschiede gefunden wurden. Leicht erhöht in der NTERA-2D1 im Vergleich zur andifferenzierten Linie war CHK2. p53 wurde in der NTERA-2D1 früher induziert und aktiviert. Bei den p53-Targetgenen war vor allem für das Genprodukt von PMAIP1, dem proapoptotischen NOXA, eine deutlich stärkere Induktion in den undifferenzierten NTERA-2D1 festzustellen. Weiter wurden p53-Cofaktoren untersucht, die die Funktion von p53 Richtung Apoptose (ASPP1, ASPP2) oder Zyklusarrest (iASPP) lenken können. Die Expression von ASPP1 war in der NTERA-2D1 deutlich höher als in der NTERA-2D1+RA. Insgesamt scheint p53 in seinen Funktionen als proapoptotisches Protein im Zytoplasma und als Transkriptionsfaktor eine wichtige Rolle für die Hypersensitivität zu spielen. Die Bedeutung der BCL-2-Proteine (z.B. NOXA) sollte näher untersucht werden, um die zellspezifische p53-Wirkung besser zu verstehen und hieraus gegebenenfalls neue Therapieansätze zur Modulation der Sensitivität resistenter Tumore gegenüber Chemotherapeutika zu entwickeln. Im letzten Teil der Arbeit wurde die Bedeutung von Ko-Medikationen zur Cisplatingabe untersucht. In einer Substanzbibliothek mit 1120 Medikamenten konnten nur wenige Substanzen mit protektivem bzw. synergistischem Effekt identifiziert werden. Eine weitere Untersuchung dieser Substanzen scheint sinnvoll, da eine entsprechende (Haus-) Medikation des Patienten während Chemotherapie einen entscheidenden Einfluss auf das Therapieergebnis haben könnte.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Alber, Christiane

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45919

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Alber, Christiane. Mechanismen der intrinsischen Cisplatinhypersensitivität bei der testikulären Keimzelltumor-Linie NTERA-2D1. 2011.