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Universität Tübingen

Analytik von Galaktocerebrosid-3-sulfat im Urin zur Diagnostik der Metachromatischen Leukodystrophie

Abstract

Ziel dieser Arbeit war es das Sphingolipid Galaktocerebrosid-3-sulfat mit Hilfe der Isotachophorese quantitativ im Urin zu bestimmen. Dieses sogenannte Sulfatid wird beim Gesunden durch das körpereigene Enzym Arylsulfatase A abgebaut. Die Arylsulfatase A ist bei Patienten mit Metachromatischer Leukodystrophie (MLD) defekt, sodass das Galaktocerebrosid-3-sulfat in Zellen angehäuft wird und auch im Urin in ca. 30-40fach höherer Konzentration als beim Gesunden vorkommt. Der qualitative Nachweis von Sulfatid im Urin mittels Dünnschichtchromatographie stellt eine Standardmethode zur Diagnostik der MLD dar. Der Vorteil einer quantitativen Bestimmung des Sulfatids mit der Isotachophorese wäre, dass es eventuell möglich würde die Effekte einer Enzymersatztherapie der MLD zu überprüfen. Des weiteren könnte die Diagnostik der MLD vereinfacht und der Materialbedarf gegenüber der Dünnschichtchromatographie verringert werden. Mit Hilfe der Isotachophorese wurde das aus Galaktocerebrosid-3-sulfat abgespaltete Sulfat quantitativ bestimmt. Dazu musste zunächst das im Urin enthaltene freie Sulfat entfernt werden und anschließend das Sulfatid vollständig in Galaktocerebrosid und Sulfat gespaltet werden, damit man von der Konzentration des Sulfats in der Probe auf die des ursprünglich im Urin vorhandenen Sulfatid schließen konnte. Die Sulfatabspaltung erfolgte mit einer rekombinant hergestellten Arylsulfatase A, die auch im Rahmen der Enzymersatztherapie der MLD eingesetzt wird. Durch eine geeignete Aufarbeitung war es möglich, das endogene Sulfat im Urin nachweislich zu entfernen und durch einen geeigneten Puffer konnte eine vollständige Abspaltung des Sulfats von Galaktocerebrosid-3-sulfat durch die rekombinante Arylsulfatase A erreicht werden. Damit konnte das Ziel der Arbeit, das Sulfatid quantitativ im Urin nachzuweisen erreicht werden. Allerdings erwies sich die Konzentration des Galaktocerebrosid-3-sulfats im Urin als zu gering, um eine genaue Bestimmung der Sulfatkonzentration bei einem Probenvolumen von 5 ml Urin zu ermöglichen. Eine Unterscheidung zwischen pathologischem Urin und der Urinprobe eines Gesunden ließ sich aber eindeutig darstellen. Ein größeres Urinvolumen einzusetzen würde dieses Problem möglicherweise beheben, war aber nicht zielführend, da damit die Forderung nach einem geringeren Materialeinsatz gegenüber der Dünnschichtchromatographie nicht mehr gegeben wäre und sich die Massenspektrometrie zunehmend zu einer Standardmethode entwickelt, mit der auch eine Bestimmung des Galaktocerebrosid-3-sulfats durchgeführt werden kann.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Weißenberg, Christine

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45882

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Weißenberg, Christine. Analytik von Galaktocerebrosid-3-sulfat im Urin zur Diagnostik der Metachromatischen Leukodystrophie. 2011.