Universität Tübingen
Die Bedeutung ektoper Fettdepots in der Pathogenese der Insulinresistenz - Querschnittsbetrachtungen und Veränderungen während einer Lebensstilintervention bei Personen mit erhöhtem Diabetes-Risiko
Abstract
In der vorliegenden Dissertationsarbeit wurde bei einem Studienkollektiv von 184 Probanden mit erhöhtem Risiko einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, die Auswirkung eines Lebensstilinterventionsprogrammes auf die Insulinsensitivität, sowie auf ektope Lipidakkumulationen in der Leber und innerhalb der Myozyten im vorderen Schienbeinmuskel (M. tibialis ant.) und in einem Skelettmuskel des Unterschenkels (M. soleus) untersucht. Die Studienteilnehmer verbesserten ihr Körpergewicht nach 9-monatiger Ernährungsumstellung auf fettarme, ballaststoffreiche Kost und regelmäßigem Sport signifikant im Mittel von 86,56 kg (+/- 16,98 kg) auf 84,04 kg (+/- 16,77 kg). Der Insulinsensitivitätsindex erhöhte sich im Mittel signifikant von 13,62 (+/- 7,31) auf 15,74 (+/- 10,46). Die intrahepatischen Lipide konnten im Mittel signifikant von 6,22% (+/- 7,29%) auf 4,41% (+/- 5,03%) reduziert werden. 49% der Probanden mit reduziertem intrahepatischen Lipidgehalt verbesserten gleichzeitig ihre Insulinsensitivität. Im M. tibialis ant. nahmen die intramyozellulären Lipide im Mittel von 4,04% (+/- 1,91%) auf 3,72% (+/- 1,6%) ab. Bei 35% der Studienteilnehmer ging die Abnahme der intramyozellulären Lipide im M. tibialis ant. mit einer Verbesserung der Insulinsensitivität einher. Im M. soleus konnten die intramyozellulären Lipide im Mittel signifikant von 15,55% (+/-6,38%) auf 13,59% (+/- 4,9%) reduziert werden. 47% der Probanden mit reduziertem intramyozellulärem Lipidgehalt im M. soleus verbesserten dadurch ihre Insulinsensitivität. Fazit: durch die Lebensstilintervention kam es nicht nur zu einer Reduktion des Körpergewichts und einer signifikanten Verbesserung der Insulinsensitivität, sondern gleichzeitig zu einer Reduktion der untersuchten ektopen Fettdepots. Auf die Insulinsensitivität wirkte sich besonders die Abnahme der Lipidakkumulationen im M. soleus und in der Leber aus. Es ist anzunehmen, dass diese Fettakkumulationen unnatürlicher Lage eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Insulinresistenz spielen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Haaga, Inga Doris
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45858