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Universität Tübingen

Evaluation der Einflüsse der potenziellen Störfaktoren Hämaturie und Harnwegsinfekt sowie der Art der Uringewinnung auf die Wertigkeit der Urinmarker Zytologie, UroVysion, NMP22 ELISA und uCyt+ für die Diagnostik des Urothelkarzinoms der Harnblase

Abstract

Ziel: In der Diagnostik des Urothelkarzinoms der Harnblase sind verschiedene Urintests im Einsatz. Deren Aussagekraft ist limitiert, da die Testergebnisse von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Ziel dieser Studie war, den Einfluss von Hämaturie, Harnwegsinfekt sowie der Art der Uringewinnung auf die Testergebnisse von Urinzytologie, UroVysion, NMP22 ELISA und uCyt+ zu untersuchen. Material und Methoden: Eine Gruppe von 2365 Patienten mit Verdacht auf Urothelkarzinom wurden mit zumindest einem der Tests untersucht, anschließend zystoskopiert und – im Falle suspekter Ergebnisse – einer TURB unterzogen. Die Ergebnisse der Tests wurden durch Kontingenzanalysen und Chi-Quadrat-Tests verglichen mit dem Vorhandensein der potentiellen Störfaktoren, jeweils getrennt für Patienten mit und ohne Nachweis eines Harnblasenkarzinoms. Ergebnisse: Hämaturie übt keinen Einfluss auf das Ergebnis des UroVysion-Tests aus. Dagegen waren die Ergebnisse von NMP-22 und uCyt+ direkt abhängig von der Hämaturie. Dadurch sind falsch-positive Ergebnisse bei benignem Befund und auch falsch-negative Testergebnisse bei Harnblasenkarzinom möglich. Die Urinzytologie ist ebenfalls durch Hämaturie beeinflusst. Diese Ergebnisse unterstreichen die Relevanz der Frage nach Hämaturie für die korrekte Interpretation der Testergebnisse. Ein Harnwegsinfekt beeinflusst die Spezifität der Urinzytologie. Entzündliche Zellen können als maligne Zellen missinterpretiert werden. Auf den UroVysion und den uCyt+ Test hat der Infekt jedoch keinen Einfluss. Wichtig hierbei ist, dass ein Infekt die molekularen Eigenheiten nicht beeinflusst, die bei diesen beiden Tests untersucht werden. Diese Beobachtung kann unnötige und invasive Eingriffe verhindern helfen. Die Art der Uringewinnung beeinflusst die Spezifität aller untersuchten Urintests. Die Sensitivität von UroVysion und uCyt+ sind durch invasive Urinentnahme herabgesetzt. Dagegen zeigten etwa 50% der Patienten falsch-negative Ergebnisse, wenn der Urin nichtinvasiv entnommen wurde. Zudem lösen die manipulierten Urothelzellen falsch-positive Ergebnisse durch molekulare Veränderungen im UroVysion und im uCyt+ Test aus. Dies unterstreicht den Zusammenhang zwischen mechanischer Manipulation und molekularen Veränderungen, was die Wichtigkeit der Art der Uringewinnung für die richtige Interpretation der Urintests betont.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Tews, Veronika

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45828

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Tews, Veronika. Evaluation der Einflüsse der potenziellen Störfaktoren Hämaturie und Harnwegsinfekt sowie der Art der Uringewinnung auf die Wertigkeit der Urinmarker Zytologie, UroVysion, NMP22 ELISA und uCyt+ für die Diagnostik des Urothelkarzinoms der Harnblase. 2011.