Universität Tübingen
Zur Rolle des Sonic Hedgehog Aktivierungsweges in der Entwicklung des humanen fetalen Gehirns
Abstract
Der Sonic Hedgehog-Signalweg spielt eine zentrale Rolle in der embryonalen Entwicklung des zentralen Nervensystems. Beispielsweise reguliert Shh die Zellproliferation, die Migration sowie die Steuerung der Apoptose. Bislang existieren jedoch kaum Daten über die Verteilung von Sonic Hedgehog (Shh) und seinen Rezeptor- und Signalmolekülen im sich entwickelnden normalen humanen ZNS. Hieraus resultiert das Ziel der vorliegenden Arbeit, Shh selbst, sowie Patched, Smoothened, Gli1, Gli2 und Gli3 in ihrer räumlich-zeitlichen Verteilung im humanen ZNS darzustellen. Hierzu wurden 22 fetale Groß- und Kleinhirne zwischen der 12. und 28. Schwangerschaftswoche mittels Immunhistochemie untersucht. Alle sechs untersuchten Moleküle lassen sich in allen cerebellären, als auch neokortikalen Rindenschichten des sich entwickelnden fetalen Gehirns darstellen. In den fetalen Rindenschichten des Großhirnes lässt sich eine starke Immunreaktivitätsrate für alle untersuchten Signalmoleküle in den ventrikelnahen, proliferationsreichen Rindenschichten zeigen. Im zeitlichen Verlauf konnte ein Abfall (für Shh signifikant) der Immunreaktivitätsintensität des Signalweges in den proliferationsreichen Zonen und zugleich ein Anstieg in den ventrikelfernen Schichten beobachtet werden. Bei der Betrachtung der humanen Kleinhirnentwicklung zeichnet sich die Äußere Körnerzellschicht, als Proliferationszone, durch eine starke Immunreaktivitätsrate aller untersuchten Signalmoleküle aus. Im zeitlichen Verlauf zeigen sich im Kleinhirn ebenfalls eine Abnahme der Frequenz in der proliferationsreichen Rindenschicht und eine ansteigende Immunreaktivitätsintensität in der Inneren Körnerzellschicht. In der hier vorliegenden Arbeit kann sowohl in der Großhirnrinde, als auch in der Kleinhirn-rinde, ein Shh-Gradient dargestellt werden. Dies könnte somit Hinweis auf ein analoges, Gradienten gesteuertes Migrationsverhalten geben. Die Zunahme der Immunreaktivitäts-rate in der Äußeren Körnerzellschicht könnte als mitogene Wirkung von Shh auf die Körnerzellvorläufer gedeutet werden und würde somit bei unzureichender Inaktivierung, eine Grundlage für die Entstehung des Shh-Aktivierungsweg assoziierten Medulloblastoms bieten. Hieraus ergibt sich die enorme Wichtigkeit der genauen Kenntnis des Shh-Aktivierungsweges für das Verständnis der physiologischen Hirnentwicklung sowie pathologischer Veränderungen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Tichy, Julia Frederike
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45732