Universität Tübingen
Hochdosierte intravenöse Immunglobulintherapie bei Autoimmunerkrankungen
Abstract
Einleitung: Intravenöse Immunglobuline (IVIG) werden bei diversen Immunmangelsyndromen wie auch bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen seit Jahren mit großem Erfolg eingesetzt. Bei dermatologischen Autoimmunerkrankungen erfolgt die Behandlung bisher „off-label“ und in der Regel als second-line-Therapie. Der Einsatz von IVIG wird hier bei besonders schweren Krankheitsverläufen, therapieresistenten Fällen und Kontraindikationen gegen die bisherige Therapie erwogen. Die Verabreichung erfolgt meist in Kombination mit Steroiden und mindestens einem weiteren Immunsuppressivum. Die IVIG-Therapie geht mit vielen potenziellen Nebenwirkungen einher. Ziele: In der vorliegenden Untersuchung wird herausgearbeitet, welche Therapieerfolge mit welchen IVIG-Dosen und in welchen Behandlungsintervallen bei Patienten mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen erzielt wurden. Des Weiteren wird untersucht, welche unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter der Therapie auftraten. Material und Methode: Die Datenanalyse umfasst 24 Patienten, die in einem Zeitraum von elf Jahren an der Universitäts-Hautklinik Tübingen mit IVIG behandelt wurden. Einschlusskriterien waren, dass die Patienten nicht oder nur unzureichend auf die Vortherapie ansprachen sowie eine der folgenden Diagnosen: Dermatomyositis, Lupus erythematodes, Pemphigus vulgaris, Epidermolysis bullosa acquisita und vernarbendes Schleimhautpemphigoid. Für die Erkrankungsformen wurde jeweils ein klinischer Score erstellt, um die Krankheitsaktivität beurteilen zu können. Ergebnisse: Durch IVIG konnte eine Kontrolle der Krankheitsaktivität, ein Rückgang der Haut- und Mundschleimhautläsionen sowie ein Abheilen vorhandener Läsionen beobachtet werden. Nicht alle Patienten sprachen auf IVIG an. Sehr positive klinische Auswirkungen konnten bei der Dermatomyositis und dem Lupus erythematodes beobachtet werden. Die IVIG-Dosis betrug 2g/kg Körpergewicht/Behandlungszyklus. Insgesamt konnte bei 21 Patienten die Prednisolon-Dosis unter der IVIG-Therapie reduziert werden oder sie befand sich auf bzw. unter der Cushing-Grenzdosis. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Müdigkeit und Kopfschmerzen. In einem Fall traten schwere thrombo-embolische Nebenwirkungen auf. Diskussion: Die Wirksamkeit von IVIG konnte bei vielen Patienten mit einer IVIG-Dosis von 2 g/kg Körpergewicht pro Zyklus gezeigt werden. Ein Infusionsabstand von vier bis sechs Wochen hat sich hierbei als therapeutisch wirksam erwiesen. Die Nebenwirkungsrate war gering. Die Ergebnisse unserer Patientenuntersuchung stimmen mehrheitlich mit den Untersuchungsergebnissen publizierter Daten überein. Ob und in welchen Fällen die IVIG-Therapie erfolgreich ist, kann im Vorfeld nicht vorhergesagt werden, da viele Einflussfaktoren die Krankheit und den Therapieverlauf bestimmen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Kück, Malte Hinrich
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45708