Abstract
Hintergrund: Für die Entwicklung eines praxistauglichen Bioreaktors auf Basis von kultivierten Hepatozyten zur überbrückenden Therapie beim akuten Leber-versagen, ist die Funktionalität der Zellen im anhepatischen Plasma von zentraler Bedeutung. Anhepatisches Plasma enthält freie und proteingebundene Toxine sowie Zytokine, welche diese Hepatozytenkulturen schädigen können. Daher wurde geprüft, ob sich diese Toxine und Zytokine, abhängig von ihrem Molekulargewicht und ihren physikalischen Eigenschaften, durch eine Filtration mit Plasmafiltern der Firma Gambro® aus anhepatischem Plasma entfernen lassen. Material und Methodik: Anhepatisches, porkines Plasma wurde mit unterschied-lichen Plasmafiltern (10, 45, 100 kDa, Fa Gambro®) fraktioniert und porkine He-patozyten in Monoschichtkultur in diesen Plasmafraktionen kultiviert. Als Parameter wurden die GOT-/LDH-Aktivität und die Zellmorphologie nach 0, 4, 24, 28 h beurteilt. Weiter wurden humane Hepatozyten in fraktioniertem (5, 10, 50, 100 kDa-Filter) gesundem, humanem Serum kultiviert und die LDH-Aktivität nach 1, 3, 5 und 7 Tagen bestimmt. Ergebnis: Bei porkinen Hepatozyten waren zum frühen Beobachtungszeitpunkt (4 h) die Enzymaktivitäten im 10 kDa-Filtrat höher als im anhepatischen Plasma und höher als bei den anderen Filtraten. Nach 24 und 48 h war dagegen die Hepatozytenvitalität in den Filtraten der 45- und 100kDa-Filter am höchsten. Im 10 kDa-Filtrat waren die Hepatozyten hinsichtlich Zellvitalität- und Aktivität nach diesem Zeitraum deutlich eingeschränkt. Die Enzymaktivität der im humanen, fraktionierten Plasma kultivierten humanen Hepatozyten war umso geringer, je niedriger die molekulare Ausschlussgrenze des jeweiligen Filtrats war. Schlussfolgerung: Eine Filtration des toxischen, anhepatischen Plasmas kann die Zellvitalität und -aktivität verbessern. Sowohl bei porkinen als auch bei humanen Hepatozyten zeigte sich jedoch mit zunehmender Kulturdauer eine Abnahme der Zellvitalität und -aktivität bei den Plasmafiltern mit niedriger molekularer Ausschlussgrenze. Dieser Effekt ist auf den Entzug von essenziellen Aminosäuren und Proteinen zurückzuführen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Endres, Steffen
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45700