Universität Tübingen
Bedeutung der Scavenger-Rezeptoren CD36 und MSR-A für die Schaumzellbildung in der Atherosklerose
Abstract
Thrombozyten nehmen in der Atherogenese unterschiedliche Funktionen wahr. CD34+-Progenitorzellen und Monozyten können sich in vitro in Anwesenheit nativer Thrombozyten zu Schaumzellen differenzieren. Lipidbeladene Thrombozyten werden von CD34+-Progenitorzellen und Monozyten im Rahmen ihrer Differenzierung zu Schaumzellen phagozytiert. Diese Arbeit zeigt, dass die Scavenger-Rezeptoren CD36 und MSR-A maßgeblich an der Thrombozyten-induzierten Schaumzellbildung beteiligt sind. Dies gilt unabhängig davon, ob die Differenzierung von Monozyten oder CD34+-Progenitorzellen ausgeht. Eine Blockade der Scavenger-Rezeptoren MSR-A oder CD36 durch Antikörper reduziert signifikant die Thrombozyten-induzierte Schaumzellbildung und die Phagozytose lipidbeladener Thrombozyten durch sich entwickelnde Schaumzellen in vitro, während eine Blockade des Scavenger-Rezeptors LOX-1 allenfalls einen geringen Effekt zeigt. Eine pharmakologische Blockade der Scavenger-Rezeptoren CD36 und MSR-A in vivo könnte möglicherweise zu einer verminderten Schaumzellbildung und dadurch zu einer Verzögerung der Atherogenese führen. Da Scavenger-Rezeptoren allerdings im menschlichen Organismus unter anderem auch an immunologischen Prozessen beteiligt sind, sind die Folgen einer Blockade in vivo bisher nicht vorhersehbar. CD34+-Progenitorzellen fördern die Atherogenese, indem sie sich zu Schaumzellen differenzieren, können über die Regeneration geschädigter Gefäßwandabschnitte aber auch Atherosklerose-protektiv wirken. Die Wirkung von Thrombozyten entscheidet möglicherweise über eine pro- oder antiatherogene Entwicklung der CD34+-Progenitorzellen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Schiemann, Susanne Barbara
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45659