Universität Tübingen
Vergleich zwischen Arthrodese und Endoprothese im oberen Sprunggelenk im Hinblick auf Anschlussdegenerationen (Druckänderung im Chopartgelenk)
Abstract
Das Implantieren einer Endoprothese im oberen Sprunggelenk bei bestehender Gelenkarthrose ist ein Thema, welches in den letzten Jahren mit zunehmender Intensität diskutiert wird. Bis heute wird die Arthrodese des oberen Sprunggelenks von vielen Autoren als Goldstandart für die Therapie der schmerzhaften Veränderungen im oberen Sprunggelenk angesehen. Doch wie sich mittlerweile in vielen Studien gezeigt hat steht mit der Sprunggelenkprothese, dank verbessertem Design, besseren OP-Methoden, mehr Erfahrung der Operateure und längerer Lebensdauer der verwendeten Materialien, eine Alternative zur Verfügung die immer häufigere und erfolgreichere Verwendung findet. In dieser Arbeit wurde die Arthrodese mit der Sprunggelenkendoprothese im Hinblick auf die Anschlussdegenerationen im Chopart-Gelenk, die bis heute ein großes Problem bei der Versteifung des oberen Sprunggelenks darstellen, verglichen. Diese Studie wurde an Leichenfüßen durchgeführt. Nachdem wir eine S.T.A.R-Prothese in das obere Sprunggelenk eingebracht hatten, konnten wir nur geringe Änderungen im Chopart-Gelenk messen. Bei allen drei Auswertungen der aufgezeichneten Daten bezüglich Kraft, Druck und Maximaldruck konnte man erkennen, dass sich die Belastungsverhältnisse im Talonavikulargelenk und im Calcaneocuboidgelenk verringerten (gemittelter Maximaldruck während des Abstoßvorganges im Talonavikulargelenk: Nativ: 3699 kPa, mit Prothese: 3495 kPa; im Calcaneocuboidgelenk: Nativ: 3757 kPa, mit Prothese: 3309 kPa). Im Gegensatz dazu zeigte sich bei der Messung mit eingebrachter OSG-Arthrodese eine Zunahme der Belastung in den medialen Anteilen des Chopart-Gelenks und einer Abnahme in den lateralen Anteilen bei allen drei Auswertungen. Diese Ergebnisse wurden, in der Hauptbelastungsphase des Abrollvorgangs, während des Abstoßens des Vorfußes vom Boden noch deutlicher (gemittelter Maximaldruck während des Abstoßvorganges im Talonavikulargelenk: Nativ: 3699 kPa, mit Arthrodese: 4044 kPa; im Calcaneocuboidgelenk: Nativ: 3757 kPa, mit Arthrodese: 2785 kPa). Durch biomechanische Veränderungen des Bewegungsablaufes – Steigerung des Bewegungsausmaßes im Chopart-Gelenk, eine vermehrte Eversion des Rückfußes und eine zunehmende Tibiarotation – kommt es mit einer OSG-Arthrodese zu dieser Kraftverteilung im Chopart-Gelenk. In dieser Arbeit konnte somit gezeigt werden, dass sich durch das Einbringen einer Prothese im oberen Sprunggelenk die Belastung für die anschließenden Gelenke (Talonavikulargelenk und Calcaneocuboidgelenk) reduzierte. Man kann daher davon ausgehen, dass die Prothese, auch wenn sie nicht das volle Ausmaß der Bewegung des oberen Sprunggelenks nachempfinden kann, Vorteile im Hinblick auf die Anschlussdegenerationen hat.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Vollmer, Christian
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45631