Universität Tübingen
Entwicklung eines polyklonalen Antiköpers gegen Burkholderia cepacia Exopolysaccharid
Abstract
Die cystische Fibrose (CF) ist die häufigste autosomal rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung der weißen Rasse. Patienten mit CF leiden häufig an Lungeninfektionen mit Erregern, die dem Burkholderia cepacia Komplex (BCC) zugeordnet werden. Der Krankheitsverlauf kann sehr dramatisch sein und wird als Cepacia Syndrom bezeichnet. Die eigentlich Pflanzen pathogenen, bei Patienten mit CF aber opportunistischen Erreger, zeigen eine ausgeprägte Resistenz gegenüber den vorhandenen Antibiotika. Es wurde gezeigt, dass viele BCC Stämme die Fähigkeit besitzen, ein Exopolysaccharid (EPS) zu produzieren. Die Entwicklung einer Vakzine auf Basis eines EPS ist bei S. aureus in Tierexperimenten beziehungsweise bei P. aeruginosa in klinischen Studien bereits gelungen. Beides sind bei Patienten mit CF häufig vorkommende Erreger. Es wurden deshalb in dieser Arbeit Kaninchen mit dem vom BCC Stamm IST 408 gewonnen EPS immunisiert. Das EPS kommt in gleicher Struktur bei verschiedenen BCC Stämmen vor und wurde Cepacian genannt. Bei der Immunisierung konnte gezeigt werden, dass der dabei gewonnene polyklonale IgG Antikörper spezifisch an BCC Stämme bindet. Aufgefallen ist allerdings eine Affinität des polyklonalen IgG zu einem nicht EPS produzierendem BCC Stamm und zu Zellwandproteinen anderer BCC Stämme. Eine Aufreinigung des EPS mit sicherer Elimination des LPS und erneute Durchführung einer Immunisierung mit diesem EPS könnte zur Klärung beitragen. Konstant reproduzierbar war die Bindung des IgG an den Stamm IST 408, 408N und 401 sowie an das EPS selbst. Weiterhin wurde untersucht, ob es zu Kreuzreaktionen mit anderen Erregern kommt, die bei CF-Patienten häufig sind. Es konnten dabei keine Kreuzreaktionen zu S. aureus, P. aeruginosa und H. influenzae festgestellt werden. Es ist also gelungen einen spezifischen polyklonalen Antikörper gegen Stämme des BCC zu entwickeln. Ob die Spezifität ausschließlich auf der Affinität zu EPS beruht oder doch auf eine Verunreinigung des EPS mit LPS, lässt sich abschließend nicht beurteilen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Hartwig, Christopher
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45396