Back to search

Universität Tübingen

Auswirkungen von Katadolon auf die funktionelle Organisation des primären somatosensorischen Kortex bei Fibromyalgie

Abstract

Fibromyalgie heißt übersetzt Muskelfaserschmerz und ist eine chronische nicht entzündliche Schmerzerkrankung. Die Schmerzen sind hauptsächlich in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen lokalisiert. Neben den genannten Schmerzpunkten gibt es auch so genannte „Tender points“ (=Schmerzdruckpunkte), die sich überwiegend in Nacken, Hüften, Rücken und Schultern befinden. Derzeit sind nach Schätzungen und je nach Studie ca. 2-5% in Deutschland an Fibromyalgie erkrankt, wobei Frauen häufiger betroffen sind. Die Fragestellung meiner Arbeit war, herauszufinden, ob das Schmerzmedikament Katadolon®, einen Effekt auf die zentrale Schmerzverarbeitung bei Fibromyalgie im Gehirn hat. Änderungen der zentralen Schmerzverarbeitung wurden dabei mit Hilfe der Magnetencephalographie erfasst. Messungen der Hirnaktivität wurden vor und nach Gabe des Medikamentes durchgeführt. Die Stichprobe umfasste 12 Patientinnen im Alter von 41 bis 62 Jahren. Die Erkrankungsdauer betrug zwischen 1,5 und 22 Jahren. Die Patientinnen gaben während der zweiten Messung signifikant niedrigere Schmerzscores an, was auf die Medikation zurückgeführt werden kann. Katadolon stabilisiert das Ruhemembranpotential Schmerz verarbeitender Nervenzellen und hemmt dadurch indirekt die Aktivierung von NMDA- Rezeptoren, was wiederum eine Hemmung der Erregungsüberleitung der Motoneuronen zur Folge hat. Auswirkungen der Schmerzreduktion lassen sich auch in den somatosensorisch evozierten Magnetfeldern nachweisen. Nach Medikamenteneinnahme kam es zu einer Aktivitätszunahme im Frequenzbereich von 10 Hz. Da bei chronischem Schmerz die Verarbeitung taktiler Information mit der Schmerzverarbeitung konkurriert, lässt sich die beobachtete Amplitudenzunahme nach Medikation als neuronales Korrelat der schmerzreduzierenden Wirkung von Katadolon® interpretieren. Katadolon® hat sich als wichtiges Medikament in der Therapie bestätigt und kann daher gut als Schmerzmedikation angewandt werden. Es eignet sich insbesondere bei Schlafstörungen und Muskelverspannungen. Da die Wirkung von Katadolon® sich mit der Einnahmedauer verbessert, werden die besten Therapieeffekte erzielt, wenn das Medikament über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen wird. Da die gute Verträglichkeit schon in vielen Studien nicht zuletzt auch in unserer nachgewiesen wurde, ist die Langzeitgabe ohne Bedenken möglich. Zeichen der Toleranzentwicklung und Abhängigkeit sowie gefährliche Veränderungen des Blutbildes sind von diesem Medikament nicht zu erwarten.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Lamothe, Sonia Miriam

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45296

Chain of custody

source
Harvested from
Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
related terms
citation

Lamothe, Sonia Miriam. Auswirkungen von Katadolon auf die funktionelle Organisation des primären somatosensorischen Kortex bei Fibromyalgie. 2008.