Universität Tübingen
Veränderung der peripheren Schmerzempfindung bei Fibromyalgie- Patientinnen durch Flupirtin
Abstract
Die Fibromyalgie ist eine chronische, nicht- entzündliche Schmerzerkrankung mit diffusen muskuloskelettalen Schmerzen, druckschmerzhaften Tender Points, vegetativen und funktionellen Beschwerden sowie herabgesetzten Schmerzschwellen. Die Prävalenz liegt in deutschsprachigen sowie internationalen Studien bei ca. 2%, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind. Die folgende Studie möchte den Effekt von Flupirtin, einem selektiven neuronalen K+-Kanal- Öffner, auf die peripheren Temperatur – und Druckschmerzschwellen untersuchen. Flupirtin zeigt neben analgetischen Effekten auch Wirkungen wie Neuroprotektion, Muskelrelaxation und Beeinflussung von Chronifizierungsprozessen und wird in der Klinik bei akuten und chronischen Schmerzen sowie schmerzhaften Muskelverspannungen eingesetzt. Hierzu wurden 14 Fibromyalgie – Patientinnen mittels Quantitative Sensory Testing (QST) und Dolorimetrie vor bzw. nach Einnahme von Flupirtin auf ihre Temperatur – und Druckschmerzschwellen untersucht. Verglichen wurden die Ergebnisse zusätzlich mit Daten einer Kontrollgruppe. Weiterhin wurde das psychische Befinden der Fibromyalgie- Patientinnen anhand psychometrischer Fragebögen untersucht. Bezüglich der Temperaturschwellen zeigte sich vor Medikamenteneinnahe eine deutlich reduzierte Schwelle der Fibromyalgie- Patientinnen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Schwelle erhöhte sich signifikant nach Einnahme von Flupirtin, Werte wie bei der Kontrollgruppe wurden jedoch nicht erreicht. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei den Druckschmerzschwellen. Die Fibromyalgie- Patientinnen zeigten ohne Flupirtin erniedrigte Druckschmerzschwellen im Vergleich zur Kontrollgruppe, die sich nach Medikation mit Flupirtin verbesserten. Flupirtin, welches schon seit langer Zeit in der Klinik eingesetzt wird, zeigte auch in der vorliegenden Studie signifikante Effekte auf die Beeinflussung der peripheren Schmerz- und Temperaturempfindung bei Fibromyalgie–Patientinnen. Sein Einsatz in der zukünftigen Behandlung könnte vorallem bei Patientinnen mit muskuloskelettalen Schmerzen und Reduktion der Schmerzschwellen von Vorteil sein.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
-
- Buck, Katrin
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45201