Universität Tübingen
Malaria: Der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf das Prophylaxeverhalten von Müttern in Gabun
Abstract
HINTERGRUND: Imprägnierte Moskitonetze (ITNs) gehören zu den effektivsten Prophylaxemaßnahmen zum Schutz gegen Malaria. Trozdem ist ihr Einsatz in Afrika südlich der Sahara noch sehr gering. Um dem Ziel einer breiten Implementierung von ITNs näher zu kommen gilt es herauszufinden, welche Faktoren deren Benutzung innerhalb der am stärksten gefährdeten Risikogruppen begünstigen. STUDIENZIEL: Untersuchung des Einflusses sozioökonomischer Faktoren auf das Prophylaxeverhalten von Müttern in Gabun, insbesondere auf die Benutzung von Moskitonetzen (MN). METHODEN: Querschnittsstudie mit 401 Müttern oder Erziehungsberechtigten von Säuglingen und Kleinkindern die mit Hilfe standardisierter Fragebögen interviewt wurden. Einteilung der Befragten in sozioökonomische Gruppen anhand von Punktescores zur Ermittlung der ökonomischen Situation und des sozialen Status. Der Zustand und die Installation der Moskitonetze (MN) wurden bei einem Hausbesuch evaluiert. ERGEBNISSE: 87,2% der Befragten machten die Angabe ihr Kind schlafe regelmäßig unter einem MN; 19,2% dieser MN waren in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. Nur 6,4% wurden jemals imprägniert, 97,2 % der Befragten würden jedoch eine kostenlos angebotene Imprägnierungskampagne gerne in Anspruch nehmen. Der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf das Prophylaxeverhalten der Probandinnen wird durch diese Studie bestätigt. Die folgenden Faktoren waren statistisch signifikant mit der Benutzung von MN assoziiert: Berufsausbildung der Mutter (p=0,005), einfacherer Haustyp (p=0,029), Haus ohne Dusche oder WC (p=0,004) und schlechte ökonomische Situation der Familie (p=0,002). Mit einem guten Zustand der MN und der Anwendung weiterer Prophylaxemaßnahmen korrelierten ein besserer Haustyp (p=0,023). eine bessere ökonomische Situation (p=0,007) und ein höherer sozialer Status, (p=0,049). Ebenso zeigte sich ein Trend zu besserem Prophylaxeverhalten in der Gruppen mit besserem Wissensstand zum Thema Malaria und höherer Schulbildung; hier wurde jedoch keine statistische Signifikanz erreicht. SCHLUSSFOLGERUNG: Der Anteil derer die MN benutzen ist unter den ärmsten Familien am größten, jedoch ist der Zustand ihrer MN am schlechtesten. Um eine flächendeckende Implementierung von imprägnierten Moskitonetzen (ITNs) in Lambaréné zu erreichen, müssten einerseits die Aufklärung über deren Nutzen verbessert, und andererseits kostenlose Imprägnierungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Eine kostensubventionierte Vermarktung von ITNs in Lambaréné wie auch in vergleichbaren Kleinstädten in Endemiegebieten wäre sehr zu begrüßen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Goesch, Julia
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45128