Universität Tübingen
Fahrerschläfrigkeit gemessen mit dem Pupillographischen Schläfrigkeitstest an süddeutschen Autobahn-Raststätten
Abstract
Einleitung: Straßenverkehr erfordert hohe Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsbereitschaft. Mindestens ein Viertel aller Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen sind auf Fahrerschläfrigkeit zurück zu führen. Möchte man dies ändern, so ist es wichtig, sich Kenntnisse über die quantitative Bedeutung der Einschlafgefährdung im Straßenverkehr zu verschaffen. Der Einsatz objektiver Verfahren- in dieser Studie der pupillographische Schläfrigkeitstest- ist hierfür notwendig. Methoden: 159 Verkehrsteilnehmer wurden bei drei verschiedenen Autobahnaktionen mit dem Pupillographischen Schläfrigkeitstest (PST, AMTech Weinheim) gemessen. Die Messeinrichtung besteht aus einer infrarot-empfindlichen Videokamera, die über eine Bildwandlerkarte mit einem Personalcomputer verbunden ist. Damit wird in Dunkelheit das Pupillenverhalten über elf Minuten aufgezeichnet. Untersucht wird das Auftreten von Schläfrigkeitswellen als Ausdruck nachlassender sympathischer zentraler Hemmung und damit zunehmender Müdigkeit. Die Beteiligung war freiwillig und die Teilnehmer wurden anonym mit einer Nummer registriert. Ausschlusskriterien gab es keine. Ergebnisse: Für die statistische Auswertung wurde der natürliche Logarithmus des PUI (lnPUI) verwendet. Von den insgesamt 159 Verkehrsteilnehmern zeigten die Messergebnisse in 59% der Fälle normale, in 26% grenzwertige und in 15% auffallend schläfrige Werte auf. Diskussion: Der Anteil auffallend schläfriger Fahrer ist in allen drei Studien sehr hoch. Da die Messaktionen freiwillig waren, kommt der Aspekt der Selektion hinzu, was zu befürchten lässt, dass das tatsächliche Ausmaß der Fahrerschläfrigkeit noch größer ist. Der bekannte positive Effekt von Koffein gegen Tagesschläfrigkeit konnte bestätigt werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Weil de Vega, Caroline
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45084