Universität Tübingen
Das lokal fortgeschrittene Mammakarzinom: Bedeutung neuer und bekannter Prognosefaktoren für das Auftreten von Lokalrezidiven
Abstract
Das lokal fortgeschrittene Mammakarzinom: Bedeutung neuer und bekannter Prognosefaktoren für das Auftreten von Lokalrezidiven Die standardisierte Radiatio der Brustwand nach modifiziert radikaler Mastektomie ist ein wichtiger Bestandteil der adjuvanten Therapie beim lokal fortgeschrittenen Mammakarzinom. Prognostische Faktoren, die in dieser Situation zu einer strahlentherapeutischen Behandlung führen, sind bis heute nur zum Teil gesichert. Durch die postoperative Bestrahlung bei Patientinnen mit etablierten Risikofaktoren, wie z.B. T3-/T4-Tumoren oder positiver Nodalstatus, wird das Lokalrezidivrisiko um den Faktor 3 gesenkt und resultiert in einem absoluten 10-Jahres Überlebensvorteil von ca. 10 %. In dieser retrospektiven Analyse wurden 119 Patientinnen, die nach modifiziert radikaler Mastektomie eine Elektronen-Rotationsbestrahlung der Thoraxwand erhalten hatten, auf Risikofaktoren für die Entwicklung eines Lokalrezidivs untersucht. Dabei wurden nicht nur verschiedene etablierte Prognosefaktoren des Mammakarzinoms sondern auch neue Faktoren, c-erb-B2, p53, Ki-67, Bcl-2 und VEGF, bewertet. Folgende Risikofaktoren waren mit einem stark erhöhten Lokalrezidivrisiko von ca. 30 % assoziiert: Primärtumorgröße  5 cm, Multizentrizität, „knapper“ oder „positiver“ Resektionsrand sowie das Vorhandensein mehrerer relativer Risikofaktoren, wie z.B. negativer Hormonrezeptorstatus und Entdifferenzierung (G2b/G3) des Primärtumors. Von den neueren bisher für die lokale Tumorkontrolle nicht gesicherten Risikofaktoren war lediglich die p53-Überexpression mit einer günstigen langfristigen Tumorkontrolle assoziiert. Zudem war das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer prognostisch ungünstiger Faktoren wie negativer Hormonrezeptorstatus und p53- oder Ki67-Negativität mit einer verminderten Tumorkontrolle verbunden. In dieser Auswertung zeigte sich, dass die neuen untersuchten Faktoren nicht für die Entscheidung über eine Strahlentherapie herangezogen werden sollten. Patientinnen mit oben genannten Risikokonstellationen für ein hohes Lokalrezidivrisiko, profitieren möglicherweise von einer optimierten lokalen Therapie. Dabei gewinnen Methoden wie eine Dosiseskalation der postoperativen Bestrahlung immer mehr an Bedeutung.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Durst, Ilona Marion Jasmin
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45017