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Universität Tübingen

Das Hepatozelluläre Karzinom im chirurgischen Krankengut- Resultate operativer und palliativer Therapieverfahren und bei Spontanverlauf

Abstract

In dieser Studie wurden die Krankenakten von 217 Patienten aus dem Chirurgischen Krankengut der Universität Tübingen erfasst und unter besonderer Berücksichtigung des UICC-Stadiums eine Analyse der Therapieergebnisse sowie des Spontanverlaufs bei einem Hepatozellulären Karzinom vorgenommen. Den deutlich überwiegenden Anteil des Patientenkollektivs mit einem HCC bilden männliche Patienten bei einem Verhältnis zu weiblichen Patienten von 5,4:1. Das Durchschnittsalter der Patienten dieser Studie betrug bei Erstdiagnose 60 Jahre. Der Anteil der chronischen Hepatitis B und/ oder C infizierten HCC-Patienten (44,7%) war mit den Ergebnissen anderer Studien verglichen, eher gering. Bei annähernd der Hälfte aller Patienten (46,1%) war anamnestisch erhöhter Alkoholkonsum erfassbar, was den Einfluss von Alkohol auf die Entwicklung einer Leberzirrhose mit konsekutiver Entstehung eines HCC in unserer Population deutlich macht. Bei 62,7% des Gesamtpatientenguts wurde eine Leberzirrhose diagnostiziert. Der größte Anteil der Patienten (77,9%) wurde bei Erstdiagnosestellung bereits in einem fortgeschrittenen bzw. metastasierten Tumorstadium diagnostiziert. In unserer Studie wurden insgesamt 217 Patienten wegen eines HCC’s behandelt. 111 Patienten wurden mittels Chemoembolisation therapiert. 46 Patienten wurden potentiell kurativ operiert, davon 17 Patienten nach vorausgegangener TACE. 60 Patienten erhielten keine spezifische Therapie. Der Anteil der operierten Patienten deckt sich mit den Daten anderer Studien, obwohl die operative Intervention die einzige Option für ein Langzeitüberleben bietet. Die Überlebenszeit in Abhängigkeit vom Geschlecht zeigte einen Überlebensvorteil für das weibliche Geschlecht. Die Überlebenszeit nach Operation zeigt einen eindeutigen Überlebensvorteil bei der 5-Jahres-Überlebensrate mit 41,2% im Gegensatz zur Chemoembolisation mit 7,5% und Chemoembolisation mit Operation mit einer 5-Jahres- Überlebensrate von 33% und dem Spontanverlauf bei 0%. Die Leberresektion ist bei Patienten, die keine Leberzirrhose haben, die Therapie der Wahl. Die Lebertransplantation ist bei HCC-Patienten mit Leberzirrhose im Stadium II, ggf. nach vorausgegangener TACE auch im Stadium III die Therapie der Wahl. Die Mailand Kriterien sollten berücksichtigt werden. Wir sehen die TACE als neoadjuvante Therapieoption, auch wenn dies in der Literatur kontrovers diskutiert wird und einzelne Studien in der TACE sogar eine kurative Therapieoption sehen. Unklar in diesen Studien ist jedoch die Auswahl und das UICC-Stadium der Patienten, so dass die TACE weiterhin nicht als gesicherte Therapie mit potentieller Kuration gelten kann, wie das auch durch unsere Daten belegt wird. Die durchschnittliche Überlebenszeit eines HCC-Patienten bei Spontanverlauf nach Erstdiagnose liegt bei 19,1 Monaten. Die eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten bei Patienten mit fortgeschrittenem HCC machen eine konsequente Fortentwicklung neuer Therapiestrategien dringend erforderlich.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Joel, Lucia

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/45014

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source
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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Joel, Lucia. Das Hepatozelluläre Karzinom im chirurgischen Krankengut- Resultate operativer und palliativer Therapieverfahren und bei Spontanverlauf. 2007.