Universität Tübingen
Etablierung eines neuen Verfahrens zur Kurzzeithitzepasteurisierung zur Inaktivierung von Humanem Cytomegalievirus in Muttermilch
Abstract
Während der Laktation wird HCMV mit einer Reaktivierungsrate von 96% über die Muttermilch seropositiver stillender Mütter ausgeschieden. Diese Rate entspricht somit der Seroprävalenz und die postnatale HCMV-Transmission (von bis zu 37%) durch stillende Mütter repräsentiert die Hauptinfektionsquelle für Neugeborene. Im Rahmen dieser Arbeit wurde nun untersucht, inwieweit das Verfahren der Kurzzeithitzepasteurisierung <72 °C die HCMV-Übertragung via Muttermilch verhindern kann und inwieweit es sich von dem etablierten Verfahren der Langzeithitzepasteurisierung (Holder-Verfahren) unterscheidet. Die Inaktivierung erfolgte mittels eines Prototyps (Firma Lauf, Tübingen), mit dem die optimalen Inaktivierungsbedingungen (Temperatur; Zeit) eingestellt werden konnten. Insgesamt wurden 51 verschiedene seronegative und sieben seropositive Muttermilchproben untersucht. Die 51 seronegativen Proben stammten von 33 unterschiedlichen Spenderinnen. Die sieben seropositiven Proben von vier unterschiedlichen stillenden Müttern. Es zeigte sich, dass eine Maximaltemperatur von 60 °C und eine Rampentemperatur von fünf Sekunden als optimal angesehen werden kann, da bei dieser Temperatur ein ausreichender Inaktivierungserfolg zu verzeichnen ist (>99% bei n=14) und die beiden Markerenzyme Alkalische Phosphatase und Lipase eine ausreichende Aktivität aufweisen. AP: 71,31% (Erwartungswert) gegenüber 4,7% (Median) beim Holder-Verfahren. Lipase 5,35% (Erwartungswert) gegenüber 2,9% (Median) beim Holder-Verfahren. Diese Werte beziehen sich auf die Spiking-Experimente, korrelieren aber mit den Werten bei natürlich infizierter Muttermilch. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Verfahren der Kurzzeithitzeinaktivierung zur Verhinderung einer Übertragung von HCMV als derzeit beste Option dient, da auch nach Kryoinaktivierung keine ausreichende Zerstörung von HCMV, im Falle einer maximalen Viruslast (ca. 40-60 Tage post partum), erreicht werden kann und die Kurzzeithitzeinaktivierung sowohl virussicher als auch schonend durchgeführt werden kann.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Müller, Denise Katharina
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45002