Universität Tübingen
Molekulargenetische Analyse des CDKN2A und CDK4 Gens bei Patienten mit malignen Melanomen
Abstract
Keimbahnmutationen in den Tumorsuppressorgenen CDK4 und CDKN2A spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung des malignen Melanoms. Dabei kommt vor allem dem CDKN2A-Gen eine besondere Bedeutung als Melanomsuszeptibilitätsgen zu. Eine Assoziation zwischen genetischen Veränderungen in den Genen CDN2A und CDK4 und der Melanomdisposition ist vor allem bei familiären Melanompatienten zu beobachten. Um den Beitrag der Gene CDKN2A und CDK4 zur Melanomsuszeptibilität in einem deutschen Studienkollektiv zu beleuchten, wurden 207 Melanompatienten mit molekulargenetischen Methoden auf Sequenzvarianten in den Genen untersucht. Am Melanom erkrankte Patienten wurden anhand klinischer Merkmale mit Stammbaumanalysen in Risikogruppen des familiären (43 Patienten), multiplen (19 Patienten) und sporadischen Melanoms (145 Patienten) eingeteilt. Trotz der klinischen Charakteristika der Risikogruppen und des Einsatzes der hochsensitiven DHPLC-Analytik zur Mutationsdetektion konnten keine krankheitsassoziierten Mutationen in einem der beiden Gene dargestellt werden. Aufgrund des Fehlens von Mutationen muss davon ausgegangen werden, dass die Gene in dem hier untersuchten Risikokollektiv keinen wesentlichen Beitrag zur Krankheitsdisposition leisten. Varianten in CDK4 sind weltweit in nur drei Hochrisikofamilien nachgewiesen worden, so dass das negative Ergebnis hier nicht überrascht. Es ließen sich aber Polymorphismen in allen drei Exons des CDKN2A Gens nachweisen. Die nachgewiesenen Polymorphismen sind größtenteils aus der Literatur bekannt und sind nicht direkt an der Melanomentstehung beteiligt. Sie könnten allenfalls als modifizierende Faktoren auf genetischer Ebene an der Krankheitsposition mitwirken. Krankheitsverursachende Mutationen im CDKN2A Gen sind wahrscheinlich nur in Familien mit hoher Penetranz und somit vielen Betroffenen nachzuweisen. Vor allem aber lässt das Ergebnis der vorliegenden Studie vermuten, dass weitere Gene im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren an der Melanomsuszeptibilität beteiligt sein müssen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
-
- Schmitt, Christina Maria
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44973