Abstract
Einleitung: Zur in vitro Untersuchung des Verschleißverhaltens dentaler Werkstoffe werden vornehmlich makroskopisch wirkende Kausimulationsverfahren angewandt, wobei die Materialien dabei teilweise temporär verschiedenen äußeren Bedingungen ausgesetzt werden, um ein mundähnliches Milieu zu simulieren. Hingegen gibt es kaum Untersuchungen zum mikromechanischen Verschleiß, die es ermöglichen oberflächensensitiv visko-elastische Werkstoffeigenschaften zu erfassen. Ziel: Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich mit der Fragestellung, ob und in wie weit bei verschiedenartigen dentalen Kompositen und Lagerungsmedien Unter¬schiede bezüglich ihres Oberflächenverschleißverhaltens festgestellt werden können. Methodisch zielt die Arbeit auf die Evaluierung des bis dahin im Dentalbereich wenig eingesetzten Universal Surface Testers (UST®, Innowep, Würzburg. Material und Methode: Bei der in vitro-Studie wurden konische Prüfkörper von drei Kompositen (Arabesk Top, Voco; Artglass, Heraeus Kulzer; Sinfony, 3M ESPE) untersucht. Nach vollständiger Polymerisation wurden die Oberflächen mit SiC-Naßschleifpapier bis zu einer Körnung von 1200 bearbeitet. Von jedem Komposit wurden jeweils vier Prüfkörper zur künstlichen Alterung in je einem Medium (Luft, Wasser, Ethanol und Pseudocholinesterase (PCE)-Lösung) für drei Monate gelagert. Anschließend wurden die Prüfkörper mit dem UST® hinsichtlich ihres Oberflächen¬verschleißverhaltens untersucht. Im Vergleich zu konventionellen Kausimulator-Methoden ermöglicht der UST® als innovative Methode u. a. zwischen elastischer, permanenter und gesamter Verformung (MISTAN-Prinzip) in Abhängigkeit vom Werkstoff (z. B. Füllstoffgehalt) zu differenzieren. Ergebnisse: Bei Standard-, Abrieb-, statischer Messung und der Universalhärte hatte der Verblendwerkstoff Sinfony sowohl den geringsten Abrieb, die kleinsten Härtewerte als auch die geringste permanente Verformung nach Belastung. Sinfony zeigte das größte und schnellste elastische Rückstellverhalten im Vergleich zu dem Verblendwerkstoff Artglass und dem Füllungswerkstoff Arabesk Top. Letztere hatten ähnliche Werte, wobei Artglass größere Werte beim elastischen Rückstellverhalten als Arabesk Top hatte und sich diese elastische Rückstellung auch schneller einstellte. Auch bezüglich der permanenten Verformung und dem Abrieb verhielten sich diese Komposite ähnlich. Nach Lagerung in Ethanol betrug beispielsweise die permanente Verformung von Arabesk Top 1,41 (±0,45) µm, die von Artglass 1,31 (± 0,24) µm und die von Sinfony 1,05 (±0,13) µm. Bei der Messung des Abriebs zeigte sich Arabesk Top nach Lagerung in Ethanol und Luft weniger abradiert als Artglass. Abhängig vom Lagermedium ergab sich in Ethanol die jeweils größte elastische und permanente Verformung, die schnellste elastische Rückstellung und die geringste Härte. Schlußfolgerung: Die vorliegende Studie belegt, dass der Universal Surface Tester (UST®) aussagekräftige Daten zum Oberflächenverschleiß dentaler Komposite liefert. Hierbei korrelieren die Ergebnisse mit Daten, die alternativ z. B. mittels Dynamisch Mechanischer Analyse (DMA) ermittelt wurden. Diese innovative Untersuchungsmethode kann durch neue Basisinformationen deshalb dazu beitragen, das Verschleißverhalten von dentalen Kompositen in vivo und in vitro besser verstehen zu lernen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
-
- Salzmann, Annika Christine
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44905