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Universität Tübingen

Clostridium-difficile-Nachweis bei CF-Patienten: Prävalenz, klinische und sonographische Befunde bei Patienten der Tübinger Universitäts-Kinderklinik

Abstract

Patienten mit Zystischer Fibrose (CF) sind durch häufige Krankenhausaufenthalte und Antibiotikatherapien eine Risikogruppe für Clostridium difficile (CD)-Infektionen. Ob­wohl CF-Patienten älteren Studien zufolge keine erhöhte Inzidenz von symptomati­schen CD-Infektionen aufweisen, gab es jedoch immer wieder Berichte von schweren, teils auch atypisch (d.h. ohne Durchfall und mit variabler abdominaler Symptomatik) verlaufenden CD-Infektionen. Zudem treten bei CF-Patienten häufig Darmwandver­dickungen auf, deren Pathomechanismus bislang noch unklar ist und die möglicher­weise mit einer CD-Infektion in Verbindung stehen könnten. In dieser Studie sollte der Frage nach der CD-Prävalenz im Stuhl bei CF-Patienten und der klinischen Relevanz von CD-Infektionen sowie krankheitsspezifischen Auswirkungen auf den Darm bei CF-Patienten nachgegangen werden. In einer Querschnittstudie wurde zum einen die Prävalenz von CD-Stämmen und der CD-Toxin-Ausscheidung im Stuhl im Vergleich zu früheren Studien und zu anderen Risiko-Patienten aus demselben Klinikum ermittelt. Zum anderen wurden mögliche durch eine CD-Infektion assoziierte klinische Symptome und Risikofaktoren für eine CD-Infektion erfasst. In einer Längsschnittstudie wurde innerhalb von zwei Jahren die Häufigkeit von CD-assoziierten Kolitiden unter Antibiotikatherapie bestimmt. 65 Patienten der Tübinger CF-Ambulanz nahmen an der Querschnittuntersuchung teil. Sie wiesen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (29 Patienten der hämato-onkologi­schen Ambulanz Tübingen) eine signifikant höhere Prävalenz von CD auf (63% vs. 7%). Dabei nahm die Besiedlungsrate mit zunehmendem Alter ab (>80% im ersten LJ. auf 25% im 18. LJ). Die insgesamt sehr hohe CD-Prävalenz zeigte sich unabhängig von einer aktuellen Antibiotikagabe und Aufenthalt in stationären Einrichtungen inner­halb der letzten zwei Jahre. Der Einfluss von Antibiotika war zusätzlich in der Längs­schnittstudie an 19 Patienten genauer untersucht worden: Bemerkenswerterweise zeigte sich auch unter Antibiose eine relative Konstanz im CD-Besiedlungsstatus, ob­wohl im Kontrollzeitraum nach Antibiose eine leichte Zunahme toxigener Stämme zu verzeichnen war. Es konnte kein fördernder Einfluss der Antibiotikatherapiezyklen auf die Toxinexpression festgestellt werden. Erstaunlicherweise zeigten Patienten mit einer eingeschränkten Lungenfunktion eine signifikant höhere CD-Prävalenz, als Patienten mit guter Lungenfunktion. Bei Patienten mit einem "distalen intestinalen Obstruktions-Syndrom" (DIOS) in der Anamnese ge­lang vergleichsweise häufiger der Nachweis von CD-Toxinexpression als bei Patienten ohne DIOS-Anamnese. Kein Zusammenhang konnte jedoch zwischen Mekoniumileus-Anamnese und CD-Nachweis bzw. Toxinexpression gezeigt werden. Die bei der Mehr­zahl der untersuchten Patienten sonographisch feststellbaren Wandverdickungen im Kolon, Coecum und terminalem Ileum korrelierten nicht mit einer CD-Kolonisation oder CD-Toxinexpression. Es konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten von gastrointestinalen Beschwerden und der Besiedlung mit toxigenem CD oder Toxin­produktion aufgezeigt werden. Allerdings zeigte sich die Tendenz, dass mit zunehmen­der Beschwerdesymptomatik auch die Besiedlungsrate mit CD anstieg. Die klinische Relevanz einer CD-Infektion scheint für CF-Patienten eher gering zu sein. Die hohe CD-Prävalenz stellt somit kein erhöhtes Risiko für eine klinisch manifeste Erkrankung bei CF dar.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Dietsche, Birgit

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/44802

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source
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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
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Dietsche, Birgit. Clostridium-difficile-Nachweis bei CF-Patienten: Prävalenz, klinische und sonographische Befunde bei Patienten der Tübinger Universitäts-Kinderklinik. 2006.