Universität Tübingen
Untersuchungen zur Inzidenz von Leberenzymerhöhungen unter Neuroleptikatherapie
Abstract
Basierend auf der Tübinger Medikamenten- und Nebenwirkungsdokumentation der Psychiatrischen Universitätsklinik konnten aus einem Patientengut von 12 Jahren (1980- 1992) 717 Patienten mit aufgefallener Leberwerterhöhung (speziell der am häufigsten erhöhten GPT, Grenzwert GPT> 22 U/l) unter neu begonnener Mono- oder Kombinationstherapie mit Haloperidol oder Clozapin in diese retrospektive Studie aufgenommen werden. Bei den Untersuchungen zur Inzidenz und Höhe der Leberenzymerhöhung, deren zeitlichen Verlauf und Art der Remission kristallisierte sich für Haloperidol und Clozapin ein unterschiedliches Schädigungsmuster auf den Leberstoffwechsel heraus. So sprechen bei Haloperidoltherapie die kurzen Latenzzeiten, die erhöhte Inzidenz pathologischer GPT-Werte unter Kombinationstherapie und die rasche Remission nach Dosisreduktion für eine Leberschädigung im Sinne einer vorhersehbaren Hepatotoxizität. Bei Clozapin scheint hingegen eine überwiegend idiosynkratische Wirkung auf den Leberstoffwechsel vorzuliegen. Diese Annahme wird durch die erhöhte Inzidenz pathologischer GPT-Werte unter Monotherapie, deutlich längeren Latenzzeiten bis zur GPT-Erhöhung und Normalisierung der Leberwerte trotz Steigerung der täglichen Clozapindosis bekräftigt. Insgesamt kam es unter Clozapintherapie häufiger zu einer GPT-Erhöhung als unter Haloperidoltherapie, wobei die Leberwerterhöhungen vom Verlauf subklinisch und transient waren. Ein einheitliches Absetzverhalten kristallisierte sich nicht heraus. Ein Einfluss des Alters und der Dosis auf die Inzidenz und Höhe der Leberwerterhöhung konnte nicht nachgewiesen werden. Das männliche Geschlecht scheint aber empfänglicher für eine Leberschädigung zu sein.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Gutekunst, Andrea
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44551