Universität Tübingen
Beteiligung von Dopamin-D3-Rezeptoren an der Regulation der Nierenfunktion
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wurde die Beteiligung des Dopamin-D3-Rezeptors an der Regulation der Nierenfunktion untersucht. In 4 Versuchsgruppen wurden an narkotisierten männlichen Sprague Dawley Ratten unter physiologischen Bedingungen Clearance-Versuche durchgeführt. Die Nierenfunktion wurde durch die exogene Zufuhr einer 10%igen Aminosäurelösung, der Infusion von 7-OH-DPAT, einem selektiven D3-Agonisten sowie durch eine isotone Volumenexpansion und schließlich durch Verabreichung von Dopamin beeinflusst. Danach wurde untersucht, inwieweit die beobachteten Effekte durch D3-Antagonisten wie BSF 135170 und BSF 201640 moduliert werden. Es sollte somit die Beteiligung des D3-Rezeptors an der Veränderung der renalen Funktion nach Aminosäurenzufuhr und nach isotoner Volumenexpansion geklärt werden. Durch die Zufuhr von exogenem Dopamin sollte der funktionelle Stellenwert des D3-Rezeptors innerhalb der Dopaminrezeptor-Familie beurteilt werden. Die pharmakologische Aktivierung des D3-Rezeptors führte zu einer Steigerung der glomerulären Filtrationsrate und einer verstärkten Natiurese. Die Ergebnisse legen daher nahe, dass dieser Rezeptor seine Wirkung nicht nur am Glomerulum entfaltet. Der Anstieg der fraktionellen Natriumausscheidung spricht für eine verminderten Natriumrückresorption im Tubulus. Eine D3-Rezeptorblockade konnte diese Effekte fast vollständig unterdrücken. Die gleichen Beobachtungen wurden im Rahmen der Gabe einer Aminosäurelösung gemacht. Die aminosäurebedingte GFR-Steigerung war nach Rezeptorblockade wiederum aufgehoben. Die Diurese und die Natriurese waren jedoch nur im geringen Ausmaß abzuschwächen. Durch eine Volumenexpansion wurde erwartungsgemäß die GFR wenig beeinflusst. Im Gegensatz dazu ergab sich eine massive Steigerung der Salzausscheidung und ein ebenso erhöhtes Urinvolumen. Vermutlich ist der D3-Rezeptor auch hierbei involviert, da der D3-Antagonist hier eine abschwächende Wirkung zeigte. Allerdings ist hier von einem komplexeren Regelkreis mit mehreren nacheinander schaltenden Systemen auszugehen, da die Steigerung der Ausscheidungswerte lediglich verzögert war. Durch die Gabe von exogenem Dopamin wurden die vorangehenden Beobachtungen bestätigt. Die hemmende Wirkung des D3-Antagonisten ließ sich bei der GFR-Messung zeigen. Die Blockade an tubulären D3-Rezeptoren wurde jedoch offensichtlich durch die Dopaminwirkung an weiteren Rezeptorsubtypen kompensiert, da sich kein Hemmeffekt erkennen ließ. Diese Ergebnisse sprechen für eine Beteiligung des D3-Rezeptors an der Regulation der glomerulären Filtrationsrate sowie der Salzausscheidung.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Schäfer, Ralf
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44534