Universität Tübingen
Experimentelle Untersuchung zur Effektivität der Chemoembolisation von Lebertumoren
Abstract
Bei der Behandlung des Hepatozellulären Karzinoms (HCC) wurden bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt. Wenn eine kurative chirurgische Therapie aus Gründen der Tumorgröße, einer zu geringen Leberreserve oder eines verminderten Allgemeinzustandes des Patienten nicht möglich ist, werden häufig palliative Maßnahmen eingesetzt. Bei der Transarteriellen Chemoembolisation wird durch Applikation gefäßokkludierender Substanzen eine Tumorischämie ausgelöst und durch simultan applizierte Chemotherapeutika eine regional hochkonzentrierte zytostatische Wirkung herbeigeführt. Das Chemotherapeutikum wird dabei mit Hilfe eines Carriers in Form einer kapillären Embolisation appliziert. Bisher fehlen systematische Studien zur Effizienz der Komponenten Zytostatikum, Carrier und Embolisat sowie ihrer Kombinationen. In der vorliegenden Arbeit wurden die Wirkprinzipien Zytostatikum, Carrier und Gefäßokklusion systematisch miteinander kombiniert und die Effektivität der resultierenden Therapieformen miteinander verglichen. Als Maß der Effektivität diente die Hemmung des Wachstums von Morris Hepatomen in ACI-Ratten. Nach Anzüchten von Morris Hepatomen (3924 A) in Spendertieren wurden diese als 1 mm³ große Partiekel subkapsulär implantiert. Zur Therapie wurden nach medianer Laparotomie geeignete Mikrokatheter in die A. gastroduodenalis eingeführt und fixiert und durch geeignete Einschlingung benachbarter Gefäße sichergestellt, dass ein unidirektionaler Abstrom der Therapeutika nach intrahepatisch resultierte. Das Anwachsen der Tumoren und ihre Größenveränderung wurden mittels der Kernspintomographie jeweils einen Tag vor und 14 Tage nach Behandlung bestimmt. Von 76 implantierten Hepatomen wuchsen drei nicht an. Zwei Tiere starben bei der Tumorimplantation und acht Tiere starben bei oder unmittelbar nach Durchführung der Behandlung. Es wurden zwölf Therapiegruppen und zwei Kontrollgruppen mit jeweils mindestens vier Tieren ausgewertet. Es zeigte sich, dass Monotherapien (alleinige Gabe von Lipiodol, Mitomycin C, Stärkemikrosphären und Ligatur der A. hepatica) die Größenzunahme des Hepatoms nicht entscheidend verlangsamen konnten. Gleiches galt für die Kombinationen Mitomycin C + Stärkemikrosphären und Stärkemikrosphären + Ligatur der A. hepatica. Dagegen hemmten folgende Kombinationen das Tumorwachstum im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant: Mitomycin C + Ligatur, Mitomycin C + Lipiodol, Mitomycin C + Lipiodol + Ligatur, Mitomycin C + Stärkemikrosphären + Ligatur, Lipiodol + Ligatur sowie Mitomycin C + Poly-Lactid-Mikrosphären. Die letztgenannte Kombination war tendenziell am wirksamsten. Es konnte somit nachgewiesen werden, dass weder die alleinige intraarterielle Chemotherapie, noch die alleinige arterielle Embolisation (hier simuliert durch Ligatur der A. hepatica) das Tumorwachstum in einem vergleichbaren Maße hemmt, wie dies durch die Kombination von Wirkprinzipien erreichbar ist. Die Kernspintomographie erwies sich als geeignete Modalität zur Effektivitätsbeurteilung im Kleintiermodell.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Eul, Thomas
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44508