Universität Tübingen
Wirkung des NO-Syntheseantagonisten L-NAME auf die renale Hämodynamik und die Leptinspiegel bei adipösen Probanden
Abstract
Übergewicht und Bluthochdruck stellen wichtige Risikofaktoren für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen dar. Das Hormon Leptin, welches von Fettzellen produziert wird und somit bei Adipositas im Serum erhöht ist, könnte möglicherweise ein Verbindungsglied zwischen arterieller Hypertonie und Adipositas darstellen. Ziel dieser Studie war es, die Rolle von NO auf Blutdruck und renale Hämodynamik bei übergewichtigen Probanden im Vergleich zu Normalpersonen zu untersuchen. 10 übergewichtige, normotensive, gesunde Männer (BMI>30 kg/m2) nahmen an der Studie teil und wurden mit 11 Normalgewichtigen (BMI<25 kg/m2), die durch eine Vorstudie mit gleichem Versuchsaufbau geliefert wurden, verglichen. Sie erhielten doppelblind intravenös den NO-Syntheseantagonisten L-NAME (2mg/kg Körpergewicht über 30 Minuten) oder Placebo. Eine Inulin- und PAH-Clearance wurde zur Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) und des effrektiven renalen Plasmaflusses (ERPF) durchgeführt. Blutdruck und Herzfrequenz wurden engmaschig kontrolliert. Ein Vergleich der beiden Gruppen zeigte bei Übergewichtigen signifikant höhere Ausgangs-Leptinspiegel (Übergewichtige: 14,1±12,7 ng/ml, Normalgewichtige: 2,1±0,96 ng/ml) als bei Normalgewichtigen (p=0,0006). In beiden Gruppen kam es nach der L-NAME-Infusion zu einem signifikanten Anstieg (p<0,05) des mittleren arteriellen Blutdrucks (Übergewichtige: 10,5%; Normalgewichtige: 8,9%) und einer Abnahme der GFR (Übergewichtige: -29,3%; Normalgewichtige: -37%) sowie des ERPF (Übergewichtige: -49,3%; Normalgewichtige: -52,4%). Die Pulsfrequenz sank in beiden Kollektiven signifikant (Übergewichtige: -14,8%; Normalgewichtige: 19,0%). Somit unterschieden sich die beiden Gruppen in ihrer Reaktion auf L-NAME in Bezug auf MAP, GFR, ERPF und Puls nicht signifikant. In Bezug auf die Hormone gab es nach systemischer NOS-Blockade ebenfalls keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Kollektiven. Diese Ergebnisse zeigen, dass die L-NAME-Applikation sowohl bei Übergewichtigen als auch bei Normalgewichtigen signifikante Auswirkungen auf die systemische und renale Hämodynamik besitzt. Der Body-Mass-Index und die Leptinspiegel der Versuchspersonen hatten dabei keinen Einfluss auf die L-NAME-Wirkung (p>0,05). Diese Ergebnisse sprechen gegen eine bereits veränderten Gefäßfunktion bei Übergewichtigen. In weitere Studien wäre zu klären, ob ein zu geringer Gewichtsunterschied oder eine zu kurze L-NAME-Gabe möglicherweise die Ursache für den fehlenden Unterschied zwischen den beiden Gruppen darstellt.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Krieger, Julia Ariane
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/44489