Abstract
In der heutigen Informationsgesellschaft hat theoretisch jede und jeder mit Internetanschluss Zugang zu einer Fülle von Informationen. Wissbegierige können dort auf eine Vielzahl von Informationen aus zahlreichen Quellen zugreifen. Mit der Fülle steigt jedoch auch der Bedarf an vertrauenswürdigen und geprüften Inhalten. Dies gilt insbesondere für die Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die für die Bewältigung der vielfältigen Krisen unserer Zeit unerlässlich sind. Zu den möglichen Informationsquellen ist nun Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) hinzugekommen, die sowohl Chancen als auch Risiken für die Wissenschaftskommunikation birgt. Einerseits verfügt sie über das Potenzial, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu revolutionieren, andererseits stellt die zugrunde liegende Technologie eine Herausforderung für die etablierten Grundsätze wissenschaftlicher Validierung und Verifizierung dar. Sicher ist, dass Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, um Wissenschaft zu vermitteln, wissenschaftliche Informationen abzurufen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Da sich frühere Ansätze zur Kommunikation von Inhalten durch KI grundlegend von heutigen Large Language Models (LLMs) unterscheiden, ist wenig darüber bekannt, wie Menschen KI-Autorenschaft bei komplexeren Themen und Texten wahrnehmen. Diese Dissertation trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei, indem sie anhand von experimentellen und Umfragestudien untersucht, wie Menschen KI-Autorenschaft wahrnehmen, welche Einstellungen und Konzepte sie dazu haben und ob Informationen über KI diese Wahrnehmungen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen kaum Unterschiede in der Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit zwischen KI und menschlichen Autoren. Gleichzeitig sind die Einstellungen gegenüber KI tendenziell positiv, aber das Wissen über diese neue Technologie ist gering, und die Vorstellungen sind vage. Darüber hinaus beeinflussen Vorabinformationen, beispielsweise über die Stärken oder Schwächen der KI, die Bewertung von KI-generierten Texten und die Wahrnehmung der KI-Autorenschaft kaum. Insgesamt deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Leserinnen und Leser von Informationen aus dem Bereich der Wissenschaftskommunikation der Autorenschaft des Inhalts gegenüber gleichgültig sein könnten. Durch die Aufdeckung dieses Agnostizismus trägt diese Arbeit zur wachsenden Zahl von Forschungsarbeiten über die Wahrnehmung KI-generierter Inhalte und den Faktoren, die diese Wahrnehmung beeinflussen, bei. Die Ergebnisse unterstreichen den Bedarf an Maßnahmen zur Förderung des sicheren Einsatzes von KI in der Wissenschaftskommunikation und die Verantwortung von politischen Entscheidungsträgerinnen und Anbietern, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Fähigkeiten und Risiken von GenAI gerecht werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Henestrosa, Angelica
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/168338