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Universität Tübingen

Development of an assessment method for work-related musculoskeletal loads in the elbow region based on a systematic literature review and measurement-based occupational-scientific analyses

Abstract

Titel: Entwicklung eines Bewertungsverfahrens für arbeitsbedingte muskuloskelettale Belastungen in der Region des Ellenbogens auf Basis einer systematischen Literaturrecherche und messtechnischer arbeitswissenschaftlicher Analysen Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen und Beschwerden am Ellenbogen treten jährlich und vergleichsweise häufig bei Arbeitnehmenden auf. In der Folge kann es bei Beschäftigten z. B. zu Arbeitsausfällen und bei Firmen zu Bruttowertschöpfungsverlusten oder anderen hohen Kosten kommen. Um Arbeitnehmende vor Überlastungen zu schützen, sind evidenzbasierte, transparente und objektive Gefährdungsbeurteilungen von physischen Belastungen z. B. im Ellenbogenbereich sehr wichtig. Ziel dieser Arbeit war daher die Entwicklung eines objektiven, evidenz- und messdatenbasierten Bewertungsverfahrens für den Ellenbogenbereich, basierend auf den Erkenntnissen einer systematischen Literaturrecherche und arbeitswissenschaftlichen Untersuchungen im Feld. Darüber hinaus wird dieses neue Verfahren exemplarisch in Ergänzung zu anderen Methoden der betrieblichen Praxis vorgestellt. Um in Zukunft objektive Beurteilungen zu etablieren, war es notwendig, drei Forschungsthemen zu untersuchen. Erstens, wurde zuerst eine systematische Übersicht über quantitative Informationen benötigt, da bisherige systematische Übersichtsarbeiten meist qualitative oder semiquantitative Risikofaktoren im Ellenbogen beschrieben haben. In Anlehnung an die PRISMA-Richtlinie wurden die Datenbanken MEDLINE, EMBASE und Cochrane Work von 2007 bis 2017 durchsucht. Von insgesamt 524 Artikeln wurden 10 relevante Artikel identifiziert. Diese wurden hinsichtlich der methodischen Qualität und der Art der Erfassung von Expositionen und Outcomes bewertet. Die Untersuchung der Studien identifizierte 5 Hauptexpositionskategorien (Kraft, Repetition, Haltung/Bewegung, Vibration, kombinierte Expositionen) und 16 Unterkategorien. Die Evidenz der Unterkategorien wurde mit Hilfe der GRADE-Methode geschätzt und reichte von sehr niedrig bis hoch. Insgesamt wurden 133 quantitative Risikofaktorspezifikationen identifiziert, die mit lateraler/medialer Epikondylitis, ulnarer Neuropathie, Radial Tunnel Syndrom oder Pronator teres Syndrom assoziiert wurden. Zweitens wurde in weiteren Untersuchungen die Kombination aus Kraft und Repetition als wichtigste Unterkategorie für Expositionen identifiziert. Außerdem wurden Handgelenksflexion/-extension und Unterarm Supination/Pronation als die wichtigsten Freiheitsgrade ermittelt. Weiterhin wurden drei kinematische Parameter (Mittenfrequenz, Winkelgeschwindigkeit, kinematische Mikropausen) und ein kinetischer Parameter (Elektromyographie) als wichtige Grundlage für die Entwicklung eines Bewertungsverfahrens herausgearbeitet. Diese kinematischen Parameter wurden unter Berücksichtigung der verbal verankerten Latko-Skala in einem Repetitionsscore verrechnet und mit normalisierten Kraftspitzen zusammengeführt. Dabei wurde das mTLV for HAL-Verfahren entwickelt. Dieses kann die kombinierten Belastungen aus Kraft und Repetition im Bereich des Handgelenks und Ellenbogens abschätzen. In einer Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass der Repetitionsscore nicht von der konventionellen HAL-Bewertung zu unterscheiden ist. Darüber hinaus ergaben Zusammenhangsanalysen auf Basis von GEE-Modellen, dass der mTLV for HAL mit Karpaltunnelsyndrom, Arthrose der distalen Gelenke, lateraler Epikondylitis und Beschwerden in den Hand- und Ellenbogengelenken/ -regionen teilweise signifikant assoziiert werden kann. Die Validierung und Analyse von 500 Datensätzen zu einzelnen Probanden zeigte, dass der mTLV for HAL sehr gut in der Praxis eingesetzt werden kann. Darüber hinaus ist diese Methode eine sehr gute Arbeitszyklus-unabhängige Ergänzung zu bisherigen beobachtungs- und videobasierten TLV for HAL-Bewertungsansätzen. Drittens ist es für Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Arbeitsschutzbeauftrage manchmal schwierig, die geeignete Sensorik in Verbindung mit der geeigneten Beurteilungsmethode für die jeweilige Gefährdungsbeurteilungssituation auszuwählen. Daher wurde insbesondere eine Kategorisierung von messdatenbasierten Bewertungsmethoden für den Bereich der oberen Extremitäten benötigt. Zu diesem Zweck wurde eine international anerkannte 3-stufige Kategorisierung auf diesen Bereich übertragen. Damit konnten sowohl Sensortechnologien als auch messdatenbasierte Methoden den Fachkräften für Arbeitssicherheit oder Arbeitsschutzbeauftragen vorgestellt werden. Der mTLV for HAL-Bewertungsansatz wurde ebenfalls klassifiziert und anderen ausgewählten Methoden dabei gegenübergestellt. Die vorliegende Arbeit soll Fachleute aus der Wissenschaft, Medizin und des Arbeitsschutzes dazu anregen, evidenzbasierte quantitative Informationen zu verarbeiten und Expositionen zu messen. Auch die Anwendung von messtechnischen Beurteilungsmethoden wird empfohlen, insbesondere für den Bereich des Ellenbogens. Damit bietet diese Arbeit eine gute Grundlage für Maßnahmen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Seidel, David Henry

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
hdl:10900/145641

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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OAI-PMH GetRecord
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Seidel, David Henry. Development of an assessment method for work-related musculoskeletal loads in the elbow region based on a systematic literature review and measurement-based occupational-scientific analyses. 2023.