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Universität Heidelberg

Alltagswissen über Rheuma : ein transkultureller Vergleich zwischen Taiwan und Deutschland

Abstract

dc:description.abstract

Die vorliegende Arbeit ist auf einen Kulturvergleich zwischen Taiwan und Deutschland ausgerichtet. Anhand einer empirischen Studie wird die Hypothese überprüft, dass Unterschiede zwischen den beiden Population hinsichtlich des Krankheitsverständnisses über Rheuma bestehen. Der Schwerpunkt liegt in der Untersuchung der Ursachenvorstellungen zu Rheuma. Methodisch setzt sich die Studie aus einem qualitativen und einem quantitativen Teil zusammen. Der qualitative Teil besteht aus einem speziell für das Forschungsanliegen konzipierten teilstandardisierten Interviewleitfaden, welcher hinsichtlich ausgewählter Fragestellungen durch weitere quantitative Messverfahren ergänzt wird. Die Datenerhebung in Form von Befragung wurde an insgesamt 60 Probanden in Taiwan und Deutschland durchgeführt. Die Interviewdaten wurden zunächst gemäß dem Ansatz der Grounded Theory nach Glaser und Strauss (1998) geordnet. Das hierbei entstandene siebenstufige Kategoriensystem mit insgesamt elf Themenbereichen ist als Gesamtresultat des qualitativen Vorgehens zu bewerten. Im zweiten Schritt wurden in Anlehnung an die typisierende Strukturierung nach Mayring (1997) markante Antworttypen innerhalb der beiden Untersuchungsgruppen gebildet. Für die quantitativen Daten wurden neben den inferenzstatistischen Unterschiedsberechnungen die Effektstärken für die beiden Untersuchungsgruppen ermittelt. Die Gegenüberstellung der qualitativen und quantitativen Ergebnisse belegt hinsichtlich der Themenbereiche �Erfahrungshintergrund�, �Ernsthaftigkeits- bzw. Bedrohlichkeitseinschätzung� und �Ursachenvorstellungen� deutliche gruppenspezifische Differenzen. Bezüglich der Krankheitsattribution zeigt die taiwanesische Gruppe eine signifikant höhere Akzeptanz für die folgenden Ursachenfaktoren des Rheuma-Ursachen-Fragebogens: �Kalte Dusche nach dem Sport�, �Verletzung�, �Nicht auskurierte Blutergüsse� und �Alterungsprozess�. Die Aussagekraft dieser Befunde wird insgesamt dadurch eingeschränkt, dass die Reliabilität und damit auch die Validität des Fragebogens in den beiden untersuchten Gruppen deutliche Differenzen aufweisen. Dagegen können diesbezüglich aus den qualitativen Auswertungsergebnissen vier taiwanesisch-spezifische Kategorien klar identifiziert werden: �Fehlverhalten in der Kindheit, Jugend und Vergangenheit�, �Dauerhafte Anhäufung von Verletzungen im Bewegungsapparat�, �Wochenbettbedingte Fehlverhalten� sowie �Schlechter Schlaf�. Als deutsch-spezifisch werden parallel vier Kategorien entschlüsselt: �Organische Ursachen�, �Äußere Eingriffe�, �Psyche/ Einstellung� und �Antikörperreaktionen�. Abgesehen von der Ausnahme der psychosozialen Faktoren werden die Ergebnisse der quantitativen Auswertung durch die qualitativen Resultate gut gestützt bzw. inhaltlich ergänzt. Ausschließlich innerhalb der qualitativen Ergebnisse weisen hinsichtlich der Gruppenunterschiede folgende thematische Aspekte eine besonders hohe Kontext- bzw. Kultursensibilität in ihren Detailauslegungen auf: �Ursachenattributionen�, �Funktionalität der Krankheit�, �Relevanz der Mitwirkungen von Wetter- und Klimaänderungen bei der Schmerzwahrnehmung�, �Körperliche Auswirkungen der Krankheit� sowie �Verfügbare Behandlungsmöglichkeiten�.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Heidelberg
Year
2004

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Lee, Jia-Jing
Contributors dc:contributor
  • Prof. Dr. Fydrich, Thomas

Identifiers

dc:identifier.*
Repository record source_url
http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/5218
OAI identifier oai:identifier
oai:archiv.ub.uni-heidelberg.de:5218

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source
Harvested from
Universität Heidelberg
Base URL
archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/cgi/oai2
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Lee, Jia-Jing. Alltagswissen über Rheuma : ein transkultureller Vergleich zwischen Taiwan und Deutschland. thesis.doctoral thesis, Universität Heidelberg, 2004. http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/5218