Freie Universität Berlin
Die radikale Zytektomie beim Harnblasenkarzinom Operationsverfahren, Komplikationen und Prognose
Abstract
dc:description.abstractEinleitung: Die vorliegende monozentrische retrospektive Studie, die in der Urologischen Klinik der Charité Campus Benjamin Franklin zwischen 1993 und 2002 durchgeführt wurde, dient der Erörterung der für die Chirurgie des Harnblasenkarzinoms relevanter Fragen. Ziel war es ein möglichst umfassendes Bild der Operationsergebnisse nach radikaler Zystektomie und Anlage einer Harnableitung zu bekommen. Fragestellungen: Untersucht wurde im Einzelnen Fragen der Alters- und Geschlechtverteilung der Patienten. Berechnungen zur Überlebensrate bezogen sich auf die Abhängigkeit vom Tumorstadium, von der Komorbidität und vom Einfluss einer adjuvanten Chemotherapie. Im Anschluss wurden die vier hauptsächlich angewandten Harnableitungsverfahren nach deren Komplikationsart- und häufigkeit untersucht. Es wurden sowohl perioperative Daten als auch Daten zu Früh- und Spätkomplikationen erhoben und ausgewertet. In einer gesonderten Untersuchung wurden die Operationsergebnisse der intraperitonealen radikale Zystektomie mit dem neueren Ansatz der extraperitonealen Zystektomie verglichen und ausgewertet. Methoden: Aufbau einer Datenbank mit zwei Patientenkollektiven: Anhand des Patientenkollektives 1 wurden die Daten von 153 Patienten mit primären Harnblasenkarzinom und radikaler Zystektomie zwischen 1993 und 2001 analysiert. Mit den Daten erfolgten die Prognoseberechnungen, sowie die Darstellung der Früh- und Spätkomplikationen mittels deskriptiver Statistik. Anhand des Patientenkollektives 2 wurden die Operationsdaten und Frühkomplikationen verglichen von 39 Patienten mit Ileumneoblase, die intarperitoneal zystektomiert und 33 Patienten die extarperitoneal zystektomiert wurden. Ergebnisse: Wie die vorliegende Arbeit zeigen konnte, hat sich in den Jahren zwischen 1993 2002 ein deutlicher Wandel in der Tumorchirurgie und ein Umschwung in der Verwendung der Harnableitungsverfahren beim Harnblasenkarzinom vollzogen. Als kontinentes Verfahren hat sich die Ileumneoblase gegenüber der supravesikalen Harnableitung, wie am Beispiel des Mainz-Pouch I deutlich wurde, durchgesetzt. Dies ist zum einen der hohen Re- Operationsrate beim Mainz-Pouch I geschuldet. Zum anderen sprechen die günstigen Spätkomplikationsraten der Ileumneoblase ähnlich denen des Ileum- Conduit, für das orthotope Verfahren. Einen Beitrag zur Verbesserung des Operationsergebnisses und der Lebensqualität hat dabei die extraperitoneale Zystektomie geleistet, mit der geringeren Zahl schwerwiegender Frühkomplikationen, der besseren Möglichkeit potenzerhaltend zu operieren und der tendenziell geringeren Krankenhausliegezeit. Patienten mit lymphknotenpositiven Tumoren hatten mit 15% eine ungünstige Überlebensrate. Für Patienten mit Lymphknoten positiven Tumoren, die mit einer adjuvanten Chemotherapie behandelt wurden, konnte eine signifikante mediane Überlebenszeitverlängerung erreicht werden. Ausblick: Ob die tendenziell günstigen Operationsergebnisse, die mit der extraperitonealen Zystektomie erreicht werden konnten, sich als statistisch haltbar erweisen, sollte durch Weiterführung der Datenbank und weitere Studien verifiziert werden. Die Frage, ob die Ileumneoblase auch für Frauen ein etabliertes Verfahren wird, was in der Literatur bereits eindeutig bejaht wird, muss durch aktuelle Zahlen am Patientengut der Urologischen Klinik der Charite Campus Benjamin Franklin noch beantwortet werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Müller, Konrad
Subjects
dc:subject × 1Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-12892