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Freie Universität Berlin

Thrombozytopenie, Immature platelet fraction, Erythroblasten und Retikulozyten-Zellindices im Blutbild des Neugeborenen

Abstract

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Trotz der hohen Inzidenz der Thrombozytopenie auf einer Neugeborenen- Intensivstation sind Pathophysiologie, Blutungsrisiko sowie die Transfusionsgrenze nicht geklärt. Durch die Anwendung der fluoreszenz- durchflusszytometrischen IPF-Messung konnte sowohl bei der early- als auch bei der late-onset Thrombozytopenie gezeigt werden, dass die Produktionsrate gesteigert werden kann. Im Falle einer schweren Thrombozytopenie ist sie jedoch vermindert. Daher ist davon auszugehen, dass die Ursache ein Thrombozytenverbrauch ist, der durch eine Produktionsstörung verstärkt werden kann. Bei der meist mild verlaufenden early-onset Thrombozytopenie ist es anhand der IPF möglich, der einen Anstieg der Thrombozyten zu antizipieren. Bei der Untersuchung zur Lungenblutung lag die mediane Thrombozytenzahl zwar niedriger als bei der Kontrollgruppe, die Inzidenz der schweren Thrombozytopenie hingegen war gleich. Andere Faktoren hingegen waren mit der Lungenblutung assoziiert (verlängerte aPTT, FFP Transfusion, fehlende Lungenreifeinduktion, höherer Sauerstoffbedarf). Somit scheint auch bei dieser Krankheitsentität so zu sein, dass andere Faktoren als die Thrombozytenzahl das Blutungsrisiko determinieren. Im internationalen Vergleich zum Transfusionsverhalten bei neonataler Thrombozytopenie waren die angegebenen Transfusionsgrenzen sehr heterogen. In den US lag die mediane Transfusionsgrenze in den fast allen Fällen höher als im europäischen Vergleich (AUT/GER/SUI). Bei fehlender Evidenz, dass liberale Transfusionsgrenzen zu einem klinischen Benefit führen, ergibt dies eine geschätzt 1,8fach erhöhte Transfusionsrate bei klinisch stabilen Frühgeborenen ohne Blutung in den US. Als weitere fluoreszenz-durchflusszytometrischen Methode wurde die NRBC Messung bei VLBW Frühgeborenen in den ersten Lebenstagen und bei Patienten mit Sepsis/NEC durchgeführt. Mit Hilfe dieser Methode konnte gezeigt werden, dass Veränderungen im Verlauf der NRBC- Konzentration mit einem ungünstigen Outcome assoziiert sind. Die Messung der Retikulozyten-Indices, insbesondere das Delta-He, ist in der Neonatologie bisher nicht etabliert, könnte aber interessantes Werkzeug in der Anämiediagnostik in Zukunft werden. Insgesamt zeigten die Studien, dass mit Hilfe der modernen voll-automatisierten Blutbildanalyse rund um die Uhr zusätzliche Informationen gewonnen werden, die das ärztliche Verhalten beeinflussen können. Die Messung der IPF könnte zukünftig in Zusammenhang mit der Thrombozytenzahl und klinischen Risikofaktoren Einfluss auf die Transfusionsindikation haben.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Cremer, Malte

Subjects

dc:subject × 5

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Language dc:language
ger

Identifiers

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Harvested from
Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Cremer, Malte. Thrombozytopenie, Immature platelet fraction, Erythroblasten und Retikulozyten-Zellindices im Blutbild des Neugeborenen. 2017. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/4644